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Rätselhafter Erdtrabant : Woher stammt der Mond?

  • Aktualisiert am

Der Mond: Ein Trümmerstück der Erde Bild: dpa

Deutsche Forscher liefern neue Indizien, dass unser Trabant aus der Kollision mit einem großen Asteroiden entstanden ist. Dennoch bleiben Fragen offen.

          2 Min.

          Vor rund 4,5 Milliarden Jahren gab es eine gewaltige Kollision im All. Damals stieß die Erde mit einem anderen Himmelskörper zusammen – das Produkt war der Mond. Soweit die These, denn ganz sicher waren sich die Wissenschaftler nicht. Nun haben Forscher aus Göttingen neue Belege dafür gefunden, dass unser Trabant aus einer kosmischen Kollision mit einem planetengroßen Asteroiden hervorgegangen ist. Daniel Herwartz von der Universität Göttingen und seine Kollegen haben Mondgestein einer verfeinerten chemischen Analyse unterzogen und große Übereinstimmungen mit dem Gestein der Erde gefunden.

          Dass Mond und Erde chemisch verblüffend ähnlich sind, haben bereits frühere Untersuchungen gezeigt. Dabei hatte man sich auf Isotope der Elemente Sauerstoff, Silizium und Titan konzentriert, deren Häufigkeiten im Weltraum merklich variieren. Herauskam aber eine große Ähnlichkeiten in der Häufigkeit der Varianten im Erd- und Mondgestein.

          Mond-Meteorit (Kalahari 008): Asteroideneinschläge auf dem Mond könnten Brocken zur Erde schleudern, wie diesen 600 Gramm schweren Meteoriten, der 1999 in der  Kalahari-Wüste in Botswana gefunden wurd.
          Mond-Meteorit (Kalahari 008): Asteroideneinschläge auf dem Mond könnten Brocken zur Erde schleudern, wie diesen 600 Gramm schweren Meteoriten, der 1999 in der Kalahari-Wüste in Botswana gefunden wurd. : Bild: Addi Bischoff, Universität Münster.

          Das widersprach wiederum der Meinung, dass der Mond von einem planetengroßen Himmelskörper namens Theia aus der jungen Erde herausgeschlagen wurde. Das Mondgestein müsste dann ja eine von der Erde abweichende chemische Zusammensetzung besitzen, so die weit verbreitete Meinung. Doch das ist offenkundig nicht der Fall.

          Verräterisches Isotopenverhältnis

          Die Forscher der Universitäten Göttingen, Köln und Münster haben nun die Häufigkeit von verschiedenen Sauerstoffisotopen mit einem verfeinerten Verfahren analysiert. Die amerikanische Raumfahrtbehörde stellte ihnen die Gesteinsproben zur Verfügung, die Astronauten der „Apollo“-Missionen 11, 12 und 16 auf die Erde gebracht hatten. Diese Proben haben den Vorteil, dass sie nicht so verunreinigt sind wie Mondmeteoriten, die auf der Erde aufgeschlagen sind.

          Dünner Schliff durch des Asteroid Almahatta Sitta (2008 TC3), der am 7 Oktober  2008 in de nubischen Wüste über dem Sudan beobachtet wurde.
          Dünner Schliff durch des Asteroid Almahatta Sitta (2008 TC3), der am 7 Oktober 2008 in de nubischen Wüste über dem Sudan beobachtet wurde. : Bild: Addi Bischoff, Universität Münster

          Tatsächlich haben die Wissenschaftler festgestellt, dass das Isotopenverhältnis zwischen Sauerstoff-17 und Sauerstoff-16 im Mondgestein anders ausfällt als auf der Erde. Die Konzentrationen der Isotope weichen nur um zwölf ppm (Teile pro Millionen Teile) voneinander ab, berichten die Wissenschaftler in der Zeitschrift „Science“. Die Unterschiede seien zwar klein und schwierig nachzuweisen gewesen, „aber sie sind vorhanden“, sagt Herwartz in einer Mitteilung der Goldschmidt-Konferenz für Geochemie, auf der die Analyse in den kommenden Tagen ebenfalls vorgestellt wird.

          „Unsere Ergebnisse bedeuten zweierlei: Zum einen können wir nun ziemlich sicher sein, dass die große Kollision stattgefunden hat. Zum anderen liefert die Isotopenanalyse eine Vorstellung von Theias Geochemie.“ Der Himmelskörper ähnelte demnach in seiner chemischen Zusammensetzung vermutlich den sogenannten Chondriten, der häufigsten Gruppe von Meteoriten.

          Der neuen Analyse zufolge könnte der Mond nur etwa zur Hälfte aus Material von Theia und zur anderen Hälfte aus irdischem Material bestehen. Dies müsse jedoch erst noch bestätigt werden, betont Herwartz.

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