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Mysteriöses Signal BLC1 : Post von Proxima Centauri?

Heimat von Aliens? Zumindest ist Proxima Centauri nicht Ausgangspunkt des Radiosignals BLC1. Bild: dpa

Es war eines der vielversprechendsten potentiellen Alien-Signale. Nun ist die Analyse von BLC1 abgeschlossen – mit gemischten Ergebnissen.

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          Es wäre sehr schön gewesen, ein äußerst begrüßenswerter kosmischer Zufall sozusagen, wenn sich tatsächlich herausgestellt hätte, dass wir technologisch talentierte Nachbarn besitzen. Man hätte sich dann endlich austauschen, sich längerfristig vielleicht sogar einmal besuchen können: Von uns aus zumindest per lasergetriebener Minisonde, und wer weiß — je nachdem, wie schnell unsere Nachbarn unterwegs gewesen wären —, vielleicht hätten ja auch wir beizeiten als Gastgeber fungieren können.

          Nun ja, ein knappes Jahr hatten wir, um uns auf diese Aussichten gedanklich einzulassen. Nun wurden sie wieder zurückgenommen. Das im Dezember 2020 vermeldete, mutmaßlich künstliche Radiosignal BLC1, das vom australischen Parkes-Observatorium aus der Richtung unseres Nachbarsterns Proxima Centauri aufgezeichnet wurde, ist wohl doch nicht von Aliens generiert. Es ist vielmehr ein „komplexes Intermodulationsprodukt“ mehrerer vom Menschen erzeugter Signale. Die Hintergründe der Enttäuschung sind aktuell in zwei Artikeln in Nature Astronomy nachzulesen.

          Gefunden wurde BLC1 vom „Breakthrough Listen“-Programm. Es sucht seit 2016 in einem breiten Bereich des Radiospektrums nach Nachrichten intelligenten Lebens. Damit ein schmalbandiges Signal als „Ereignis“ gezählt wird, muss es erstens seine Frequenz mit der Zeit leicht verändern – dieses Verhalten erwartet man, wenn das Signal von einem sich bewegenden Planeten oder Raumschiff gesendet wird. Zweitens muss es verschwinden, wenn das Teleskop von der Quelle weggeschwenkt wird. Wenn es dann außerdem keinen bekannten menschlichen Sendern zugeordnet werden kann, wird es zum „interessanten Signal“. Das war der Fall bei BLC1. Daraufhin wurde das Signal ausführlich und gründlich analysiert. Mit Erfolg, wenn man so will.

          Die Wissenschaftler jedenfalls sehen es positiv: Erstens sei ja nicht gezeigt worden, dass es auf dem Exoplaneten Proxima b kein Leben gibt. Und zweitens habe sich die Suchmethode als ausgereift erwiesen. Schade ist es trotzdem. Proxima Centauri ist schließlich ein interessantes System. Der von uns 4,2 Lichtjahre entfernte Stern ist ein überaus unruhiger Roter Zwerg. Regelmäßig kommt es zu massiven Strahlungsausbrüchen, die, zumindest auf der dem Stern dauerhaft zugewandten Seite des Planeten Proxima b, wohl nicht viel Lebensfähiges übrig lassen. Das heißt aber auch: Wenn die Aliens unter solch katastrophalen Bedingungen trotzdem noch die Ruhe hätten, sich von der Rückseite des Planeten aus die Zeit mit dem Senden von Radiosignalen zu vertreiben, wären sie zumindest ziemlich cool.

          Sibylle Anderl
          Redakteurin im Feuilleton.

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