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Plejadenhaufen : 444 Lichtjahre zum Siebengestirn - und viele Zweifel

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Der Sternhaufen der Plejaden Bild: Picture-Alliance

Wie weit entfernt ist der Sternhaufen der Plejaden? Bisher widersprachen sich die Wissenschaftler. Jetzt bringen Messungen mit einem globalen Netz von Radioteleskopen Klarheit.

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          Der Sternhaufen der Plejaden - das „Siebengestirn“ - ist mehr als nur ein Blickfang für Gelegenheits-Sterngucker und Hobbyastronomen am winterlichen Nachthimmel. Als nächstgelegener Sternhaufen aus vergleichsweise jungen Sternen bietet er den Forschern wichtige Informationen über den aktuellen Anfangszustand von Sternen, auf dem die gültigen Sternentwicklungsmodelle basieren, die ihrerseits grundlegende Aussagen auch über ferne Galaxien ermöglichen.

          Allerdings setzt eine solche Verwendung die möglichst genaue Kenntnis der Plejaden-Entfernung voraus, und die wird seit den Messungen des europäischen Astrometriesatelliten Hipparcos vor mehr als 20 Jahren unter den Wissenschaftlern kontrovers diskutiert. Wurden die Plejaden vor 1990 aufgrund zahlreicher Messungen lange Zeit in einer Distanz von rund 410, zuletzt sogar eher bei 430 Lichtjahren angesiedelt, so „sah“ Hipparcos sie deutlich näher - in nur etwa 380 Lichtjahren Abstand - und brachte damit die bisherigen Vorstellungen über die derzeitige Anfangszusammensetzung junger Sterne in große Bedrängnis.

          Wenn die Plejadensterne wirklich mehr als zehn Prozent näher waren als zuvor angenommen, dann müssten sie bei gleicher gemessener Helligkeit deutlich weniger Energie abstrahlen, was bei ansonsten gleichen Eigenschaften nur durch einen merklich höheren Anteil an Helium als angenommen zu erklären wäre. Dies wiederum brächte die Modelle zur Heliumanreicherung in der Geschichte der Milchstraße und aller anderen Galaxien ins Wanken.

          Ungenauigkeit von einem Prozent

          Jetzt haben Messungen mit einem globalen Netz von Radioteleskopen (darunter auch das Hundert-Meter-Teleskop des Bonner Max-Planck-Instituts für Radioastronomie) die Distanz zum Plejadenhaufen mit einer Ungenauigkeit von nur noch einem Prozent geliefert. Wie Carl Melis von der University of California in San Diego und seine Mitstreiter im amerikanischen Wissenschaftsmagazin „Science“ berichten (doi:10.1126/science.1256101), verfolgten sie nach der klassischen Parallaxenmethode die minimale scheinbare Pendelbewegung der Sterne, die sich aus der jährlichen Umlaufbewegung der Erde um die Sonne ergibt, und erhielten so einen Wert. Mit Hilfe einfacher trigonometrischer Berechnungen lieferten diese Daten einen Entfernungswert von 444 Lichtjahren.

          Der passt zwar zu den bestehenden Modellen für junge Sterne in unserer Galaxis, stellt aber seinerseits die Hipparcos-Daten als unwiderlegbar fehlerhaft bloß. Zum einen muss nun geklärt werden, ob auch andere Hipparcos-Daten in Frage gestellt werden müssen. Zum anderen wächst die Sorge, dass der nach ganz ähnlichen Prinzipien messende neue Astrometriesatellit Gaia möglicherweise ebenfalls systematisch falsche Daten zur Struktur der Milchstraße liefern könnte.

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