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Planetensystem : Ein Kleinplanet nimmt Kurs auf die Erde

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Von Apophis droht keine direkte Gefahr. Der Kleinplanet wird in gut 20 Jahren aber so nahe an der Erde vorbeifliegen, daß man ihn mit bloßen Augen wird sehen können. Doch grundsätzlich gilt: Vorbeugen ist besser als heilen.

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          Mit modernen Beobachtungstechniken haben die Astronomen in den vergangenen Jahren immer häufiger Kleinplaneten aufgespürt, die gelegentlich in die Nähe der Erde kommen. Seit den neunziger Jahren gibt es mehrere Programme zur systematischen Suche nach solchen Objekten, die mindestens einen Kilometer groß sind. Der Einschlag eines derartigen Himmelskörpers könnte ganzen Zivilisationen zum Verhängnis werden.

          Bei der Suche wurden auch kleinere Objekte entdeckt, die immerhin noch erhebliche Schäden anrichten könnten. Einer dieser Brocken ist der Kleinplanet Apophis, ein Asteroid, der am 13. April 2029 in nur rund 30.000 Kilometer Distanz an unserem Heimatplaneten vorbeifliegen wird. Bei der Begegnung wird er den Berechnungen zufolge keine Gefahr für die Menschen darstellen. Er könnte aber vom irdischen Schwerefeld in eine neue Bahn umgelenkt werden, die kritischer wäre. Seit einigen Wochen versucht Russell Schweickart, ein ehemaliger Astronaut, der im März 1969 zusammen mit James McDivitt und David Scott in dem Raumschiff Apollo 9 um die Erde geflogen ist, den Kongreß der Vereinigten Staaten zu vorbeugenden Maßnahmen zu bewegen. Der Kongreß sei der richtige Ansprechpartner, weil es leider noch keine Institution - einschließlich der Raumfahrtbehörde Nasa - gebe, die verpflichtet sei, Aktionen zum Schutz der Menschheit einzuleiten.

          Entschwunden und wiederentdeckt

          Der nach jüngeren Messungen ungefähr 300 Meter große Brocken ist im Juni vergangenen Jahres erstmals beobachtet worden. Weil die Astronomen zuwenig Bahndaten hatten, "verloren" sie ihn allerdings wieder. Im Dezember ist er dann wiederentdeckt worden. Schon die ersten aufgrund optischer Beobachtungen ausgeführten Rechnungen zeigten, daß der Kleinplanet im Jahr 2029 der Erde außerordentlich nahe kommen würde. Radarmessungen mit dem 300-Meter-Radioteleskop in Arecibo (Puerto Rico) haben das Anfang dieses Jahres bestätigt.

          Die Daten ließen erkennen, daß die Bahn des Objekts mit der vorläufigen Katalognummer 2004MN4 sich bei der Begegnung erheblich ändern und den Kleinplaneten in den dreißiger Jahren dieses Jahrhunderts mehrmals, insbesondere im Jahr 2036, dicht an die Erde heranführen könnte. Unter anderem würde die große Halbachse der Bahn, die bis 2029 kleiner ist als der Radius der Erdbahn, größer als dieser werden. Das Objekt würde damit von einem Aten- zu einem Apollo-Asteroiden werden. Beides sind Unterklassen jener Kleinplaneten, die regelmäßig in die inneren Bereiche des Sonnensystems gelangen. Bei der Benennung des Kleinplaneten haben die Astronomen eine Absprache berücksichtigt, der zufolge die Aten-Asteroiden nach ägyptischen Göttern und die Apollo-Asteroiden nach griechischen Göttern benannt werden. Sie haben dem Kleinplaneten 2004MN4 den Namen Apophis - die griechische Bezeichnung für Apep, den ägyptischen Gott der Zerstörung und der Dunkelheit - gegeben.

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