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Paradiesisches All : Wie lebt es sich als Gasbewohner?

  • -Aktualisiert am

Seen aus Methan oder Eisflächen zum Schlittschuhlaufen auf dem Saturnmond Titan (künstlerische Darstellung). Bild: Craig Attebery/Nasa

Längst sucht man nicht mehr nur nach außerirdischen Lebensformen, die wie wir Menschen Wasser als Grundlage benötigen. Ferne Welten auf Basis von Methan oder gar Natriumchlorid könnten ebensogut Wohnstätten für Leben sein - die Phantasie mancher Forscher scheint einfach keine Grenzen zu kennen.

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          Oh, wäre das schön, könnten wir jetzt in einen der romantischen Methanseen auf dem Saturnmond Titan springen und uns abkühlen! Wir könnten die duftige Mischung aus Wasserstoff, Acetylen und Ethan tief ein- und Methan ausatmen. Köstlich. Vorstellungen solcher Art über die Freuden von Methan-Wesen dürften sich in den Köpfen jener Wissenschaftler aus den Vereinigten Staaten, Puerto Rico und Deutschland bewegt haben, die in der Dezemberausgabe der Zeitschrift "Astrobiology" für die Suche nach außerirdischem Leben zwei Exoplaneten-Indizes vorschlagen.

          Wundersame Natriumchlorid-Welten

          Der "Earth Similarity Index" soll charakterisieren, wie lebensfreundlich ein ferner Planet für Leben auf der Basis von Wasser ist, während der "Planetary Habilitability Index" auch exotischere Lebensformen - etwa auf der Basis von Methan oder Natriumchlorid - berücksichtigen würde. Denn warum sollte man die Suche nach den Wohnstätten von Außerirdischen, die in den vergangenen Jahren durch die Entdeckung von immer mehr Exoplaneten eine solide Basis bekommen hat, auf Lebensformen begrenzen, wie sie das irdische Leben nahelegt? Warum nicht auch mal nach Natriumchlorid-Welten Ausschau halten - wenn der Sprung in das eiskalte Wasser unter dem Eis auf der Oberfläche des Jupitermondes Europa leider doch nur anorganische Materie zum Vorschein gebracht hat? Auch dort hatte man schon Leben für möglich gehalten. Inzwischen sind aber die meisten Exobiologen davon wieder abgekommen.

          Einfach weiterdenken

          Bei der Nasa würden sich viele Forscher über erweiterte Vorstellungen von außerirdischen Lebensformen freuen. Könnte man dann doch, wenn man etwa auf einem fernen Planeten das seltene Wasserstofffluorid entdeckte, in einer entsprechenden Pressemitteilung gleich publikumswirksam hinzufügen, dieses Wasserstofffluorid sei eine Voraussetzung für Leben. So, wie einige Wissenschaftler der Nasa automatisch herunterleiern, Wasser sei die Voraussetzung von Leben, wenn sie auch nur den Hauch von früherem Wasser auf dem Roten Planeten erahnen. Und man brauchte noch nicht einmal vorher zu klären, ob die Entstehung solch exotischer Lebensformen im Universum überhaupt möglich ist. E.T, wir kommen!

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