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Paradiesisches All : Warum nicht die alten Ägypter als Vorbild nehmen?

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Der Pyramidenberg (rechts unten) auf dem Zwergplaneten Ceres, aufgenommen von der Raumsonde Dawn aus einer Entfernung von 4400 Kilometern. Bild: Nasa

Pyramiden auf dem Mars und auf dem Zwergplaneten Ceres ? Woher stammen sie, wer bewohnt sie und was streckt wirklich dahinter.

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          Wenn irgendwo im Sonnensystem Ungewöhnliches oder Mysteriöses beobachtet wird - und sei es durch unermüdliche Internetsurfer mit schillernder Phantasie -, müssen Außerirdische für die Deutung herhalten. Dabei liegen oft andere Erklärungen auf der Hand. Zum Beispiel für die Pyramiden auf den Mars und den Zwergplaneten Ceres, die momentan durch die Medien geistern.

          Die Marspyramide. Von einem Internetnutzer in einem Geröllfeld entdeckt, das der  Nasa-Rover Curiosity fotografiert hat.

          Dabei hätten doch die Anhänger der Alien-These aus ihrer Blamage lernen müssen, die sie erlitten haben, als sich das berühmte, 1976 von Viking 1 entdeckte „Gesicht“ auf dem Mars, das sie als Monument von Außerirdischen deklarierten, auf späteren Fotos mit höherer Auflösung eindeutig als Geländeformation entpuppte. Sie sollten die Erfahrungen aufgreifen, die sich in der Erforschung der irdischen Zivilisationen angesammelt haben. Die alten Ägypter etwa galten immer als ein Volk, das keine Hochsee-Schifffahrt kannte.

          Das legendäre Marsgesicht. von der Sonde Viking1 1976 aufgenommen.

          Die gut viereinhalbtausend Jahre alte Cheops-Pyramide galt als mit allen anderen Monumenten auf dem Globus unvergleichliches Symbol der ägyptischen Kultur. Bis auch in Südostasien und vor allem Mittelamerika, vor allem bei den Mayas, Pyramiden entdeckt und richtig zugeordnet wurden. Behauptet jedenfalls eine kleine radikale Minderheit. Von da an war klar, dass die Ägypter den Pyramidenbau in die Welt hinausgetragen haben. Und warum eigentlich nicht auf den Mars und Ceres?

          Mickrige Pyramide

          Hat doch Erich von Däniken im Museum von Bagdad schon vor längerer Zeit uralte Batterien aufgespürt, die - davon ist er fest überzeugt - von verschollenem Wissen im Orient zeugen.

          Hätte er doch nur nicht die Steinplatte mit der Darstellung eines Astronauten im Mayazentrum Palenque als Erinnerung an einen außerirdischen Raumfahrer fehlgedeutet. Ist dieser in Stein verewigte Astronaut denn grün?

          Nein, und das legt die Vermutung nahe, dass es ein ägyptischer Astronaut ist, dessen Wissen wie das Wissen um die Funktion der elektrischen Batterie verlorengegangen ist. Die Deutung hat nur einen winzig kleinen Haken, der eigentlich gar nicht der Erwähnung wert ist: Die aktuell diskutierte Pyramide auf dem Mars ist nur ungefähr einen Meter, die Pyramide auf Ceres, die die Raumsonde Dawn gesichtet hat, dagegen rund fünftausend Meter hoch. Und jene auf Ceres hat Ähnlichkeiten mit einem Schildvulkan. Aber das wäre wohl zu viel der Phantasie.

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