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Paradiesisches All : Gutes Wasser auf dem Mars

  • -Aktualisiert am

Eisspuren im Marsboden: Die Fotos des Phoenix Mars Lander gingen im Juni 2008 um die Welt. Bild: AFP

Man hatte sich daran gewöhnt, dass einst auf dem Mars zu findendes Wasser auf die Möglichkeit früheren Lebens auf diesem Planeten schließen lässt. Doch warum ist dann die Freude bei der Nasa so groß, wenigsten eine lebensfreundliche Region mit dem „richtigen“ Wasser gefunden zu haben?

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          Lange hatte der amerikanische Mars Reconnaissance Orbiter Ausschau gehalten, bis er endlich von seiner Umlaufbahn aus intakte Schichten aus karbonathaltigem Gestein auf dem Roten Planeten entdeckt hat. Außer kleinen Karbonatfunden im Boden, den die Sonde Phoenix kürzlich analysiert hat, und in Marsmeteoriten hatte man das Mineral nirgends auf dem Mars entdecken können.

          Karbonatgesteine wie Kalkstein und Kreide entstehen, wenn Kohlendioxid mit Kalzium, Eisen oder Magnesium in vulkanischen Gesteinen reagiert. In saurem Wasser lösen sich die Karbonate rasch auf. Eine solche Verwitterung hat auf dem Mars, so glauben die Forscher, vor etwa 3,5 Milliarden Jahren stattgefunden. Und dieser Prozess hat den bisherigen Beobachtungsbefunden zufolge planetenweit stattgefunden.

          Wasser ist nicht Wasser

          Nun können all jene jubilieren, die ständig von früherem möglichem Leben auf dem Planeten reden. Bei der Nasa hört man jetzt, man habe wenigstens eine Region gefunden, in der es offenbar neutrales oder alkalisches Wasser gab, als die Minerale entstanden. Eine Region also, die potentiell lebensfreundlicher war als der Rest des Planeten.

          Was den Umkehrschluss zulässt, dass der Rest des Planeten nicht besonders lebensfreundlich gewesen ist. Dabei betonen die Wissenschaftler der Nasa doch immer wieder, man habe Hinweise auf früheres Wasser auf dem Mars gefunden, und das sei die Voraussetzung für früheres Leben auf dem Planeten. Offenbar war dieses Wasser nie eine gute Voraussetzung, sonst wäre jetzt die Freude nicht so groß.

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