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Panne bei ISS-Versorgung : Russischer Raumfrachter abgestürzt

  • Aktualisiert am

Am Donnerstag startete die Sojus-Trägerrakete mit einem unbemannten Progress-Raumfrachter zur Internationalen Raumstation ISS. Schon nach 300 Sekunden brach der Funkkontakt ab. Bild: Reuters

Eine Progress mit 2,5 Tonnen Nachschub für die Internationale Raumstation ist über Sibirien abgestürzt. Suchmannschaften fahnden nach Fragmenten. Die sechsköpfige ISS-Crew muss vorerst auf weiteren Nachschub und Weihnachtspost verzichten.

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          Ein russischer Frachter, der 2,5 Tonnen Nachschub zur Internationale Raumstation ISS bringen sollte, ist wegen schwerer technischer Schwierigkeiten kurz nach dem Start am Donnerstag abgestürzt. Der Transporter vom Typ Progress sei etwa 190 Kilometer über der schwer zugänglichen und unbewohnten Gebirgsregion Tuwa in Russland an der Grenze zur Mongolei verloren gegangen, teilte die Raumfahrtbehörde Roskosmos in Moskau mit. Der größte Teil der Fracht sei in der Atmosphäre verglüht. Die Versorgung der sechs Raumfahrer auf der ISS sei trotz des Ausbleibens von Nahrungsmitteln und Treibstoff aber nicht gefährdet, hieß es weiter. Man könne den für Februar geplanten nächsten Start eines russischen Frachters vorziehen.

          Derzeit suchten Experten des Zivilschutzes nach Wrackteilen des russischen Raumfrachters. Es hätten sich mittlerweile auch Funkexperten einer Luftabwehreinheit der Streitkräfte eingeschaltet, meldete die Agentur Tass. Allerdings hätten die Suchmannschaften, die die Umgebung von vier Ortschaften in der abgelegenen sibirischen Bergregion Tuwa durchkämmt haben, bislang nichts gefunden. 

          Auf dem Weg zur ISS : Sojus-Rakete mit Proviant abgestürzt

          Die Ursache des Absturzes sei nach vorläufigen Untersuchungen ein Defekt in der Verbrennungskammer der Rakete. Die dritte Antriebsstufe habe sich nach dem Abheben der Sojus-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan wahrscheinlich zu früh getrennt, teilte die Flugleitzentrale von Roskosmos bei Moskau mit. Der Kontakt riss daraufhin ab. Genauere Angaben zum Verlauf des Absturzes würden nach detaillierten Analysen in den kommenden Tagen erwartet, hieß es.

          Vorerst keine Weihnachtspost von der Erde

          Geplant war, dass die Progress am Samstag an der Raumstation in rund 400 Kilometer Höhe andockt. Derzeit arbeiten drei Russen, zwei Amerikaner und ein Franzose auf dem Außenposten der Menschheit. Der französische Astronaut Thomas Pesquet bedauerte den Verlust des Frachters, sieht das ihn nicht als dramatisch an. „Alles ist gut auf der ISS, wir warten, bis das nächste Versorgungsschiff ankommt“, schrieb er bei Twitter.

          Der Transporter sollte neben frischem Proviant auch private Post und einen neuen Raumanzug zur Station bringen.Russische Sojus-Trägerraketen gelten als zuverlässig. „Wenn ein Unfall passiert ist, könnte es ein Versagen des Antriebs sein, der in Woronesch hergestellt worden ist, oder ein Versagen der Steuerung.

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