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FAZ Plus Artikel Experiment „Biomex“ : Das Leben im Weltall scheint möglich

Paletten mit Organismen für das Experiment „Biomex“ auf der Außenplattform der Weltraumstation ISS Bild: Esa

Organismen können auch außerhalb der Erde ohne Schutz bestehen. Das haben jetzt Experimente auf der Weltraumstation ISS gezeigt. Die Debatte um die Entstehung des Lebens geht in die nächste Runde.

          Genau 533 Tage im All, 533 Tage intensiver Strahlung, extremer Temperaturunterschiede und dem Vakuum ausgesetzt, 533 Tage lang überlebt. Nachdem Forscher vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in ihrem „Biomex“ genannten Experiment die Proben unterschiedlicher Organismen wie Bakterien, Algen, Flechten sowie Pilze im April 2014 für 18 Monate lang auf eine Außenplattform der Internationen Weltraumstation ISS deponiert, vor drei Jahren mit einer russischen Sojus-Kapsel wieder zurück zur Erde geholt und anschließend in den Laboren der an dem Projekt beteiligten Partnerländer untersucht hatten, legten sie nun die Ergebnisse ihrer Analysen vor: Und siehe da, die Organismen kamen lebend aus dem Experiment heraus.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          „Einige der Organismen und Biomoleküle haben im offenen Weltraum eine enorme Strahlungsresistenz gezeigt und kehrten tatsächlich als Überlebende aus dem All zur Erde zurück“, sagt Jean-Pierre Paul de Vera vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin. So untersuchten die Wissenschaftler unter anderem sogenannte Archaeen. Das sind einzellige Mikroorganismen, die es auf der Erde seit mehr als dreieinhalb Milliarden Jahren im salzigen Meerwasser gibt. Solche Einzeller könnte sich der Astrobiologe de Vera auch auf dem Mars vorstellen. Bislang gibt es auf unserem Nachbarplaneten noch keinen Hinweis auf Lebensspuren. Zwar haben Raumsonden in der Umlaufbahn und in den mobilen Laboren auf der Marsoberfläche gezeigt, dass Voraussetzungen für das Leben auf dem Mars vorhanden sind. Doch Organismen oder deren Stoffwechselprodukte haben die Detektoren der Marssonden noch nicht registriert.

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