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Mond : Wasser in lunaren Glaskügelchen entdeckt

  • -Aktualisiert am

Im Landegebiet von Apollo 15 gesammelt: Glaskügelchen vulkanischen Ursprungs Bild: Nasa

In kleinen vulkanischen Glaskügelchen vom Mond haben Wissenschaftler zu ihrer großen Überraschung Spuren von Wasser entdeckt. Woher es stammt, müssen sie noch herausfinden.

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          In kleinen vulkanischen Glaskügelchen vom Mond, die die Astronauten von Apollo 15 und 17 zur Erde gebracht haben, sind jetzt zur Überraschung der Wissenschaftler Spuren von Wasser entdeckt worden. Die im Glas enthaltene Menge deutet darauf hin, dass das Magma im Innern des Erdtrabanten, bevor es an die Mondoberfläche kam, einen Wasseranteil bis zu 750 Teile pro Million gehabt haben könnte. Einen ähnlichen Anteil weist das Magma auf, das an den mittelozeanischen Rücken zum Meeresboden aufsteigt.

          Bislang hatten die Forscher angenommen, dass der Mond knochentrocken ist. Der Himmelskörper entstand nämlich aus einem Teil des Materials, das aufgeschleudert wurde, als vor rund 4,5 Milliarden Jahren ein marsgroßes Objekt auf die Erde prallte. Durch die beim Aufschlag erzeugte Hitze schmolz dieses Material, und nach den gängigen Thesen verdampften Wasser und andere leichte Bestandteile und entwichen.

          Lunare Glasperlen

          Trotz dieser Vorstellungen haben die Wissenschaftler immer wieder versucht, im Mondmaterial Wasser und andere flüchtige Bestandteile nachzuweisen. In den vergangenen Jahrzehnten lag die Nachweisgrenze für Wasser allerdings bei rund 50 Teilen pro Million. Einer amerikanischen Forschergruppe ist es nun gelungen, die Nachweisgrenze mit der sogenannten Sekundärionen-Massenspektroskopie auf fünf Teile pro Million zu senken.

          Bei der Untersuchung lunarer Glaskügelchen sind die Forscher, wie sie in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift „Nature“ berichten, auf Wasseranteile bis zu 46 Teile pro Million gestoßen. Innerhalb der Kugeln nahmen die Werte vom Zentrum nach außen hin ab. Dem Verlauf zufolge mussten während der vulkanischen Aktivitäten vor ungefähr drei Milliarden Jahren, bei denen die Kügelchen entstanden, 95 Prozent des Wassers verlorengegangen sein. Daraus haben die Forscher den ursprünglichen Anteil ermittelt.

          Woher stammt das Wasser?

          Woher das Wasser stammt, ist noch unklar. Entweder war es bei der Kollision des marsgroßen Objekts mit der Erde nicht vollständig verdampft, oder es ist bald nach dem Zusammenstoß - innerhalb von etwa hundert Millionen Jahren - von außen herangetragen worden und in den Mond gelangt. In dem Fall dürften kleinere kosmische Geschosse die Quelle gewesen sein.

          Vielleicht hat es aber auch durch turbulente Prozesse in den ersten hundert Jahren der Mondentstehung eine Zufuhr flüchtiger Stoffe von der Erde her gegeben. Auf der Oberfläche des Mondes jedenfalls konnte sich das Wasser nicht lange halten - außer vielleicht in einigen wenigen Kratern an den Mondpolen, in die niemals Sonnenlicht vordringt.

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