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Kometenmission Rosetta : Ein Schweifstern ohne Magnetfeld

Eine Simulation der Landung von Philae auf dem Kometen Tschuri Bild: dpa

Der Kern des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko besitzt kein Magnetfeld. Das zeigen Messungen des Landemoduls „Philae“ der europäischen Raumsonde „Rosetta“. Damit bleibt es weiter ein Geheimnis, wie 67P entstanden ist.

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          Der Komet 67P/Tschurjumow-Gerassimenko, der seit August vergangenen Jahres von der europäischen Raumsonde Rosetta umkreist und aus nächster Nähe erforscht wird, gibt noch immer Rätsel auf. So ist unklar, wie der Schweifstern, der 1969 von dem ukrainischen Astronomen Klim Tschurjumow und seiner Kollegin Swetlana Gerassimenko entdeckt worden war und die Sonne in 6,6 Jahren einmal umkreist, eigentlich entstanden ist. Die Forscher der europäischen Raumfahrtbehörde Esa haben nun ein Geheimnis lüften können: Tschuri, wie der Komet bisweilen auch scherzhaft genannt wird, hat offenkundig kein eigenes Magnetfeld. Daraus schließt man, dass Magnetismus bei der Entstehung des Schweifsterns vor 4,6 Milliarden Jahren offenbar keine Rolle gespielt hat. Die Ergebnisse sind nun in der Online-Ausgabe der Zeitschrift „Science“ veröffentlicht worden.

          Manfred Lindinger
          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Bislang galt es als möglich, dass in einer bestimmten Entstehungsphase des Kometen magnetische Kräfte beteiligt waren. „Das war eine der möglichen Theorien“, sagte der Erstautor der Studie, Hans-Ulrich Auster von der Technischen Universität Braunschweig. „Die Frage war völlig offen. Schließlich ist man bisher noch nie auf einem Kometen gelandet.“ Für Auster gibt es allerdings viele weitere Theorien über die Entstehung von Kometen, die es noch zu prüfen gilt. Die Forscher um Auster hatten mit speziellen Messgeräten, die in Braunschweig entwickelt worden waren und auf der Raumsonde „Rosetta“ und dem Landeroboter „Philae“ installiert wurden, den Magnetismus des Kometenkerns vermessen.

          Noch immer keine Nachricht von Philae

          Die Raumsonde Rosetta, hatte, nachdem sie zehn Jahre lang bis zu ihrem Ziel gereist war, im November des vergangenen Jahres das Landegerät „Philae“ auf dem Kometen abgesetzt. Das Aufsetzen war allerdings nicht ganz glatt verlaufen. Das Gerät machte mehrere Hüpfer und kam etwa einen Kilometer vom ursprünglich anvisierten Landeplatz zur Ruhe. Philae konnte noch kurzzeitig einige Messungen vornehmen und die Daten zur Erde senden, bevor es wegen Strommangels in eine Art Winterschlaf fiel. Seitdem herrscht Funkstille. Der genaue Aufenthaltsort von Philae, der nicht vom Sonnenlicht beschienen wird, ist nicht bekannt. Auch der zweite Versuch am Sonntag, den Lander zu orten, ist bislang ohne Erfolg verlaufen.

          Die missglückte Landung von Philae war für einige der an Bord befindlichen Experimente eine Katastrophe. Für Auster und seine Kollegen war es dagegen ein Glücksfall: „Uns kam die Sache natürlich entgegen, dass Philae mehrfach aufgesetzt hat.“ So konnte man an vier verschiedenen Stellen Magnetfeldmessungen vornehmen.

          Solange kein weiterer Komet untersucht sei, müsse man davon ausgehen, dass die Messungen auch für andere Kometen seiner Klasse repräsentativ seien, sagt Auster. 67P zählt wie alle Schweifsterne und Asteroiden zu den ältesten Relikten einer gigantischen Staubscheibe, aus der alle Himmelskörper unseres Sonnensystems vor etwa 4,6 Milliarden Jahren entstanden sind. Während sich das Material, aus dem sich die Planeten einst formten, im Laufe der Zeit durch geologische, chemische Vorgänge veränderte, ist es in den am Rande des Sonnensystems kreisenden Kometen im Urzustand erhalten geblieben.

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