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Kometen-Mission Rosetta : Ist das Ziel eine Ente?

Rosettas Zielkomet 67P Tschuri - bearbeitete Aufnahme Bild: Foto ESA, MPI für Sonnensystemforschung

Der Himmelskörper, den die Raumsonde Rosetta ansteuert, scheint aus zwei Teilen zu bestehen. Diese verleihen dem Kometen 67P die Gestalt eines Quietscheentchens.

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          Der Komet 67P/Churyumov-Gerasimenko steckt voller Überraschungen. Die jüngsten Aufnahmen der europäischen Raumsonde zeigen den Himmelskörper mit einer eigenartige Gestalt. Danach scheint der Schweifstern aus zwei Teilen zu bestehen. Sollte sich die Beobachtung bestätigen, wird das für den 11. November geplante Vorhaben komplizierter werden, als es ohnehin ist. Denn dann wird Rosetta einen Landgerät auf den rund vier Kilometer großen Himmelsbrocken absetzen – ein in der unbemannten Raumfahrt bislang einmaliges Vorhaben.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Die Bilder, die das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen nun veröffentlicht hat, sind am Computer nachbearbeitete Aufnahmen von 67P. Sie stammen von der Rosetta-Kamera „Osiris“ und wurden vom 14. Juli zur Erde gefunkt, als die Raumsonde noch 12.000 Kilometer von ihrem Ziel entfernt war.



          Komet Animation

          Um einen genaueren Eindruck von Tschuri, wie der Komet auch genannt wird, zu bekommen, interpolierten die Forscher die aufgenommen Bilddaten. Das erzeugt eine geglättete Form und verleiht dem Himmelskörpers eine seltsame Gestalt, die an eine  Spielzeug-Ente erinnert.

          Was ist Kopf, was Körper?

          „Dieser Komet scheint völlig anders zu sein als jeder andere, den wir zuvor gesehen haben“, sagt Carsten Güttler, Projektmanager von Osiris in Göttingen. Sie erinnern ihn an ein Quietscheentchen. Wie 67P diese seltsame Gestalt erhielt, ist noch unklar. Die Wissenschaftler hoffen, in den nächsten Monaten mehr über die physikalischen und mineralogischen Eigenschaften des Himmelskörpers zu erfahren. Diese könnten helfen zu klären, ob der „Kopf“ und der „Körper“ des Kometen ursprünglich zwei getrennte Objekte waren.

          „Solch prozessierte und gefilterte Aufnahmen enthalten aber natürlich noch Unsicherheiten. Zudem wird die Oberfläche des Kometen in Wirklichkeit nicht so glatt sein, wie sie sich in solchen Rechnungen darstellt“, erklärt Güttler.

          Die im Jahr 2004 gestartete Rosetta-Sonde wird die erste Mission in der Geschichte sein, die einen Kometen anfliegt, ihn auf seinem Weg um die Sonne begleitet und eine Landeeinheit auf seiner Oberfläche absetzt. Am 6. August wird Rosetta Tschuri erreichen und in eine Umlaufbahn einschwenken.

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