https://www.faz.net/aktuell/wissen/weltraum/mission-rosetta/3-versuch-der-kontaktaufnahme-rosetta-an-philae-bitte-melden-13580577.html

3. Versuch der Kontaktaufnahme : Rosetta an Philae – bitte melden!

Aktiver Komet: 67P/Tschurjumow-Gerassimenko am 26 April 2015, aufgenommen von der europäischen Raumsonde Rosetta mit der an Bord befindlichen Kamera Navcam. Die Entfernung zur Oberfläche beträgt hier 98 Kilometern. Bild: Esa/ Rosetta/Navcam.

Noch immer verharrt das Landegerät „Philae“ mit leeren Solarbatterien in seinem schattigen Versteck auf dem Kometen Tschuri. Seit diesem Freitag versucht man abermals, den Landeroboter zu aktivieren.

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          An diesem Freitag (8. Mai) hat die europäische Raumsonde „Rosetta“ den dritten Versuch gestartet, Kontakt zum Landeroboter „Philae“ aufzunehmen, der seit fast einem halben Jahr auf der Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko mit leeren Sonnenbatterien sitzt. Das  kühlschrankgroße Instrument  war nach einer spektakulären Landung Mitte November 2014 aus Mangel an Sonnenlicht in eine Art Winterschlaf gefallen. Sobald Philae wieder aufwachen sollte, beginnt es automatisch zu lauschen, ob es Rosettas Signale empfängt.

          Manfred Lindinger
          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Die Kommunikationseinheit auf Rosetta ist wieder eingeschaltet worden, teilte Philae-Projektleiter Stephan Ulamec vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR mit. „Im Mai und Juni gibt es eine realistische Hoffnung, dass wir wirklich den Kontakt aufbauen können.“ Am 13. August komme der Komet „Tschuri“ der Sonne am nächsten. Die Kommunikationseinheit auf Rosetta bleibe mindestens jetzt bis zum 17. Mai aktiv.

          Die Voraussetzungen sind günstig

          Philae war im November vergangenen Jahres von der Muttersonde Rosetta nach zehnjähriger Reise auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko abgesetzt worden. Allerdings war das Landemanöver nicht reibungslos verlaufen. So hatte Philae mehrmals aufgesetzt und war schließlich an einem schattigen Ort niedergegangen. Als die Solarbatterien erschöpft waren, fiel Philae in eine Art Winterschlaf, aus dem es bislang nicht erwacht ist. Nun hofft man, dass die Landestelle mit ausreichend Sonnenlicht bestrahlt wird, so dass sich Philaes Batterien inzwischen wieder aufgeladen haben.

          //www.dlr.de/dlr/presse/Portaldata/1/Resources/bilder/portal/portal_2015_1/Ceres_Ani.gif © Esa/Rosetta/MPI für Sonnensystemforschung, Osiris Team Der Landeanflug des Landemoduls „Philae“ auf den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko am 12. November 2014. Die Bilder wurden vom Kamerasystem Osiris an Bord der europäischen Raumsonde „Rosetta“ aufgenommen. Die angegebenen Uhrzeiten sind in der Weltzeit angegeben. Die Mitteleuropäische Zeit erhält man durch Addieren einer Stunde.

          Die beiden ersten Versuchen der Kontaktaufnahme im März und April waren erfolglos verlaufen. Philae hatte sich auf das Signal von Rosetta hin nicht gemeldet. „Das Problem, das wir haben, sind die kalten Temperaturen. Der Lander hat sehr viel Schatten und wird nur kurz von der Sonne angestrahlt. Er bleibt sehr kalt“, erläuterte Ulamec.

          Wo ist Philae?

          Damit Philae erwachen kann, muss in seinem Inneren die Temperatur höher als minus 45 Grad sein. Zudem müssen die Solarpaneele eine elektrische Energie von mindestens 5,5 Watt liefern. Es könne durchaus sein, dass der Lander bereits aus dem Winterschlaf aufgewacht ist, aber noch nicht genügend Power hat, auch die Forscher auf der Erde darüber zu informieren.

          Bisher konnte die genaue Position von Philae nicht festgestellt werden. Man vermutet, dass der Lander in einer Schlucht am Rand eines Kraters auf dem Kopf des Kometen Tschuri sitzt. Wegen der unklaren Situation sei es schwierig, ein Temperaturmodell zu erstellen, sagte Ulamec: Ist Philae von oben frei, so dass die Sonne ungehindert darauf scheinen kann? Oder ist er in eine Höhle gerutscht? Es gebe zwar Panorama-Bilder, aber die Situation über dem Lander sei nicht eindeutig. „Es gibt viele Unsicherheiten.“

          Ende März hatte Tschuri so viel Staub ins All geschleudert, dass Rosetta bei einem nahen Überflug Schwierigkeiten mit der Orientierung bekommen hatte. Die Sonde ging auf Distanz zur Oberfläche. Nun nähert sie sich wieder dem Kometen und hat nach DLR-Angaben derzeit einen Abstand von 80 Kilometern zur Oberfläche.

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