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Mission Horizons : Experimente auf der ISS liefern erste Ergebnisse

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Aufch das gehört zur tägliche Arbeit dazu: Alexander Gerst bei Reinigungsarbeiten im Destiny-Modul. Bild: Nasa

Die Internationale Raumstation ist ein ganz besonderes Forschungslabor. Dort sind die ersten Experimente angelaufen, und Alexander Gerst hat alle Hände voll zu tun.

          2 Min.

          Zwei Monate nach Ankunft von Alexander Gerst auf der Internationalen Raumstation haben die ersten Experimente seiner Mission „Horizons“ erste Ergebnisse geliefert. So schickte das Fluoreszenzmikroskop „Flumias“ Bilder von lebenden Zellen aus dem All zur Erde. Das Instrument ist in einer Demonstrationsversion auf der ISS in Betrieb.

          Ziel von „Flumias“ist es, Bilder lebender Zellen in hoher Auflösung und in Echtzeit auf der ISS zu erstellen. „Flumias“ war laut DLR vom 3. Juli an zehn Tage lang auf der Raumstation in Betrieb. In dieser Zeit erzeugte die Anlage schon 1,2 Terabyte an Daten. „Flumias“ nahm sowohl Testbilder von auf einer Oberfläche fixierten toten Zellen als auch von lebenden Zellen auf. Ziel der Experimente war es, den Einfluss der Schwerelosigkeit auf das Zellskelett zu erforschen.

          Eine kleine Panne

          „Während der Mission wurden täglich Überblicksbilder zur Erde geschickt“, berichtete Catharina Carstens, die bei der DLR-Raumfahrtagentur für „Flumias“ verantwortlich ist. „So konnte das Projektteam die Funktionsfähigkeit des Mikroskops überprüfen und war außerdem in der Lage, den Zustand der Zellen zu beurteilen und Experimenteinstellungen zu verändern.“

          Weniger reibungslos lief der  Planetensimulator „MagVector/MFX-2“ an, der Wechselwirkungen des Erdmagnetfeldes untersucht: Bereits im Juni hatte die amerikanische Astronautin Serena-Aunon Chancellor die Anlage auf der ISS um zwei neue Sensorboxen mit jeweils 16 Sensoren ergänzt. Am 2. Juli wurde die Anlage in Betrieb genommen und erste Proben untersucht.

          Ein Dragon-Raumfrachter, angedockt am Harmony-Modul der ISS. Am 3. August ist der Transporter wieder zur Erde zurückgekehrt. An Bord war auch das zellbiologische Experiment Flumias. 
Bilderstrecke

          Nach einem gelungenen Start der Versuchsreihe gab es eine Panne, bei der ein Teil der Sensordaten nicht mehr aufgezeichnet wurde. Durch den Austausch des Boot-Sticks und einer beherzten Reparatur von Gerst konnte dieses Problem jedoch schnell gelöst werden.

          Kälter geht's nicht

          Wie eine Reihe weiterer Experimente der „Horizons“-Mission befindet sich die Forschungsapparatur „CAL“ (Cold Atoms Lab) der Nasa jetzt in der Phase der Inbetriebnahme. In der Anlage auf der ISS sollen ultrakalte Quantengase untersucht werden. Inzwischen konnten die Projektwissenschaftler bestätigen, dass im „CAL“ tatsächlich ultrakalte Wolken aus Rubidiumatomen erzeugt werden können.

          Diese sogenannten Bose-Einstein-Kondensate weisen Temperaturen von nur 100 Nanokelvin auf – also ein zehnmillionstel Kelvin über dem absoluten Temperaturnullpunkt, der umgerechnet bei minus 273,15 Grad Celsius liegt. Von September an soll der wissenschaftliche Betrieb des „CAL“-Minilabors starten, dessen Forschungsergebnisse unter anderem beim Messen von Gravitationswellen und beim Entwickeln von Quantencomputern hilfreich sein könnten.

          Gerst war am 8. Juni zu seinem zweiten Langzeitaufenthalt auf der ISS eingetroffen. Auf dem Programm seiner Mission „Horizons“ stehen zahlreiche Experimente, davon alleine 41 mit deutscher Beteiligung. Gerst wird bis Dezember auf der Raumstation bleiben und als erster Deutscher Astronaut von Oktober an das Kommando auf der ISS übernehmen.

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