https://www.faz.net/-gwz-84l4t

Lebendiger Mars? : Methan in Meteoriten entdeckt

  • Aktualisiert am

Auf dem Weg zum Mount Sharp hat der Marsrover Curiosity Spuren von Methangas nachgewiesen Bild: Nasa

Gab es Leben auf dem Mars? Diese Frage beschäftigt Forscher schon lange. Nun hat sie neues Futter bekommen. In Marsmeteoriten hat man Spuren vom Methan, Energiequelle für Mikroben, aufgespürt.

          1 Min.

          Einige Meteoriten vom Mars enthalten offenkundig messbare Mengen an Methan. Das zeigt eine kanadisch-britische Untersuchung von sechs Marsproben. Der Fund stützt Theorien, nach denen der Marsboden genug Methan enthalten könnte, um mikrobielles Leben zu ermöglichen oder es zumindest in der Vergangenheit ermöglicht zu haben, wie Forscher von der Brock University in St. Catharines (Ontario) in der Zeitschrift „Nature Communications“ schreiben. Konkrete Hinweise auf Leben auf dem Roten Planeten haben Nigel Blamey und seine Kollegen allerdings nicht gefunden.

          Die Forscher hatten sechs Marsmeteoriten vulkanischen Ursprungs in ihrem Labor untersucht. Beim Zerkleinern setzten alle sechs Meteoriten messbare Mengen Methangas (CH₄) frei. Außerdem fanden die Forscher Kohlendioxid (CO₂), Wasserstoff (H₂), Stickstoff (N₂) sowie Spuren von Sauerstoff (O₂) und Argon (Ar).

          Marsmeteorit Nakhla, gefunden 1911 in Ägypten in der Nähe von Nahkla.
          Marsmeteorit Nakhla, gefunden 1911 in Ägypten in der Nähe von Nahkla. : Bild: Nasa

          Das Gas stammt nach Ansicht der Forscher wahrscheinlich aus kleinen Einschlüssen in dem Vulkangestein vom Roten Planeten oder aus dem Raum zwischen den einzelnen Körnchen, aus denen das Gestein zusammengesetzt ist.

          Verborgenes Methanreservoir auf dem Mars?

          Das Methan in den Meteoriten ist wahrscheinlich durch chemische Reaktionen der Mineralien Olivin und Pyroxen in dem Vulkangestein entstanden und damit nicht von biologischer Herkunft. Die Forscher schließen jedoch aus ihrem Fund, dass Vulkangestein auf dem Mars wohl generell nennenswerte Mengen an Methan enthält.

          Eine Scheibe des Marsmeteoriten Zagami, gefunden 1963 in Nigeria in der Nähe von Zagami
          Eine Scheibe des Marsmeteoriten Zagami, gefunden 1963 in Nigeria in der Nähe von Zagami : Bild: Ron Baalke

          Die Zersetzung dieses Gesteins könne genug des einfachen Kohlenwasserstoffs freisetzen, um unterirdische Mars-Mikroben mit Energie zu versorgen, die Methan statt Sauerstoff atmen. Auf diese Weise leben auf der Erde etwa Mikroorganismen im Basaltgestein unter dem Ozeanboden unabhängig von Sauerstoff.

          Angesichts der unwirtlichen Bedingungen auf der Oberfläche des Roten Planeten vermuten viele Forscher, dass mögliches vergangenes oder aktuelles Marsleben sich nur im Boden finden kann. Hinweise auf Methan in der Marsatmosphäre waren schon vor mehr als zehn Jahren entdeckt worden, gelten aber nicht als eindeutig. Zuletzt hatte der Marsrover „Curiosity“ der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa vorübergehende Methan-Anomalien in der dünnen Lufthülle des Roten Planeten gemessen, konnte das generelle Vorkommen des Gases in der Atmosphäre des Planeten aber nicht nachweisen. Die Untersuchung der vulkanischen Marsmeteoriten zeigt nun, dass es wie auf der Erde ein unterirdisches Methanreservoir auf dem Mars geben könnte. Damit werden Spekulationen beflügelt, im Boden des Roten Planeten könnte es günstige Lebensbedingungen für Mikroorganismen geben.

          Weitere Themen

          Vaterlandslose Akademiker

          Wege zur Weltgesellschaft : Vaterlandslose Akademiker

          Weltweit schaffen Schulen die Grundvoraussetzung für den Erwerb von Wissen und kritischen Denkens. Doch erst die Universitäten sind die zentralen Institutionen, um den Nationalismus zu überwinden.

          Topmeldungen

          Bundeskanzlerin Angela Merkel und Generalsekretär Paul Ziemiak beim digitalen Parteitag der CDU am Freitagabend.

          CDU-Parteitag : Die Kanzlerin spart sich das Lob

          Zu Beginn des CDU-Parteitags gibt es viel Schulterklopfen für die scheidende Vorsitzende Kramp-Karrenbauer – nur Angela Merkel spricht lieber über ihre eigenen Leistungen. Und Markus Söder vom spannenden Aufstieg.
          Trauer allerorten: In Brasielien nehmen die Totenzahlen zu.

          Chaos in Manaus : Brasilien von tödlicher Corona-Welle getroffen

          Den Krankenhäusern in Brasiliens Amazonas-Metropole Manaus geht der Sauerstoff aus. Schwerkranke Patienten werden nun per Charter-Maschine ausgeflogen. Und auch landesweit schnellen die Todeszahlen in die Höhe.
          Freundinnen: Luisa und Sophie wohnen zusammen in Frankfurt. Beide verdienen Geld mit Pornovideos, die sie selbst aufnehmen.

          Studentin in Geldnot : Pornos drehen für den Master

          Luisa besucht eine Hochschule im Rhein-Main-Gebiet und verkauft Sexvideos, um ihr Studium zu finanzieren. Sie sagt, das fühle sich dreckig an. Doch der Geldmangel habe sie dazu getrieben, und andere Nebenjobs sind ihr zu zeitaufwendig.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.