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Meteoriten : Das rechte Auge des Mannes im Mond

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Heimat des neuen Meteoriten: Da ist doch ein Mondgesicht - oder nicht? Bild: Nasa

Erstmals ist es Wissenschaftlern gelungen, einen Mondmeteoriten einer Region auf dem Erdtrabanten genau zuzuordnen. Ein im Oman gefundener Stein stammt aus dem „Mondgesicht“.

          Ein im Sultanat Oman entdeckter Meteorit stammt genau aus dem rechten Auge des „Mondgesichtes“. Er ist der erste Mondmeteorit, dessen Wiege Geologen exakt lokalisieren können. Der 206 Gramm leichte Stein lag im sogenannten Lalande-Krater auf dem Erdtrabanten, wie ein internationales Forscherteam im amerikanischen Fachjournal „Science“ (Bd. 305, S. 657) vom Freitag berichtet. Der Stein sei frühestens vor rund 10.000 Jahren in einer Wüste im heutigen Oman aufgeschlagen.

          „Sie wissen doch, daß manche Menschen meinen, man könne einen Mann im Mond sehen, nicht wahr? Dieser Mondstein wäre auf dem rechten Auge des Mannes im Mond gewesen, bevor er zur Erde fiel“, erläuterte der federführende Autor, Edwin Gnos von der Universität Bern.

          Analyse in Mainz

          Der Meteorit war Gnos und zwei Kollegen im Jahr 2002 in der Wüste aufgefallen. „Wir haben den Stein zuerst vom Autofenster aus gesehen und sind dann ausgestiegen, um ihn genauer in Augenschein zu nehmen. Er sah ungewöhnlich aus. Wir waren anfangs jedoch nicht sicher, ob es ein Meteorit war oder nicht“, berichtete Gnos. Bei Analysen zusammen mit Bernhard Spettel vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz sowie Kollegen in Stockholm, Tucson (amerikanischer Bundesstaat Arizona) und Milton Keynes (Großbritannien) gelang es Gnos, die aufregende Geschichte des Mondmeteoriten „Sayh al Uhaymir 169“ nachzuvollziehen.

          Unscheinbar: Ein Stückchen Mond in der Wüste des Oman

          Dabei halfen ihnen die Daten der Gesteinsproben, die die Apollo-Missionen vom Mond zurückgebracht hatten. Durch sie ist bekannt, daß der Mond je nach Ort unterschiedliche Konzentrationen von Spurenelementen wie Phosphor und von radioaktiven Elementen wie Thorium und Uran hat. „Wir haben diese Informationen mit der chemischen Beschaffenheit des Steins verglichen und sind zum Schluß gekommen, daß einige seiner chemischen und das Alter bestimmenden Fingerabdrücke mit denen des Lalande-Einschlagkraters auf dem Mond übereinstimmen“, erläuterte Gnos.

          Der 169. in der Region gefundene Meteorit

          Der Stein wurde demnach von insgesamt vier Einschlägen auf dem Mond getroffen. Der letzte schleuderte ihn vor rund 340.000 Jahren ins All. Schließlich fing ihn die Schwerkraft der Erde ein. Gnos zufolge wurden bis heute weltweit nur etwa 30 Meteoriten vomMond gefunden. Aus dem übrigen All landen insgesamt jedes Jahr hunderte Meteoriten auf der Erde.

          „Meteoriten werden gewöhnlich nach der nächsten Post benannt“, erklärt der Forscher. Mangels einer Post habe der jüngst entdeckte Mondstein seinen Namen von der Landschaft in Oman erhalten. „Sayh“ heiße „flache Ebene“, und „Al Uhaymir“ stehe für „leicht rötlich“. Die Zahl ergebe sich daraus, daß „Sayh al Uhaymir“ der 169. in der Region entdeckte Meteorit sei.

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