https://www.faz.net/-gwz-8grvo

Merkurtransit : Der kleine Punkt vor der Sonnenscheibe

Such den Merkur! Bild: dpa

Am Montagnachmittag schob sich der Merkur vor die Sonnenscheibe. Wer das seltene Himmelsschauspiel beobachten wollte, brauchte in Teleskop und einen Spezialfilter vor dem Objektiv. Viele Volkssternwarten boten Sonderveranstaltungen an.

          Besseres Wetter hätte es für die vielen Hobbyastronomen, die am Montagnachmittag den Merkurtransit verfolgten, nicht geben können. Strahlend blauer Himmel in großen Teilen Deutschlands. Nur in Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern beeinträchtigten vereinzelte Quellwolken die Sicht. Doch nur wer ein ausreichend starkes Teleskop - mit einem entsprechend starken Filter zum Schutz für die Augen - zur Verfügung hatte, konnte auch tatsächlich beobachten, wie sich der innerste Planet unseres Sonnensystems vor die Sonnenscheibe schob.

          Hobbyastronomen verfolgen in Hamburg auf dem Gelände der Bergedorfer Sternwarte mit ihren Teleskopen, wie sich der Planet Merkur vor die Sonne schiebt.
          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Allerdings war vom Merkur nicht viel mehr zu erkennen als ein schwarzer Punkt, und deshalb war er leicht zu verwechseln mit einem Sonnenflecken. Schließlich vermag der kleinste Planet - Merkur hat einen Durchmesser von etwa 4900 Kilometern - nur rund 0,004 Prozent der Sonnenscheibe zu verdecken. Der Merkurtransit begann um 13.12 Uhr mit dem Erscheinen des Planeten am Ostrand der Sonne und endete mit seinem Austritt am Westrand um 20.41 Uhr. Am besten ließ sich das Schauspiel in einer Sternwarte beobachten, von denen viele eigens wegen des Ereignisses die Türen geöffnet hatten und Sonderveranstaltungen anboten.

          Wer am Montagnachmittag die Gelegenheit verpasst hat, wird sich bis 2019 gedulden müssen. Denn dann erst wird sich von Deutschland aus das Naturschauspiel wieder beobachten lassen. In diesem Jahrhundert soll der Merkur noch 13 Mal vor die Sonne treten. Das ist im Vergleich zu einem Venustransit ein recht häufiges Ereignis. Ein Venustransit lässt sich, über einen Zeitraum von 248 Jahren gerechnet, insgesamt nur vier Mal beobachten. Der nächste ereignet sich erst wieder im Jahre 2117.

          Weitere Themen

          Die Rote Liste aus dem Maschinenraum

          Klug verdrahtet : Die Rote Liste aus dem Maschinenraum

          Immer mehr Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht. Doch das globale Ausmaß des Dramas ist nur lückenhaft bekannt. Ein Risikomodell, erstellt mit Hilfe künstlicher Intelligenz, liefert jetzt ein realistischeres Bild vom Bestand der gefährdeten Pflanzen.

          Neue Erkenntnisse aus dem Erdmittelalter Video-Seite öffnen

          Fossilien-Fund : Neue Erkenntnisse aus dem Erdmittelalter

          Paläontologen in Polen haben ein Fossil eines pflanzenfressenden Säugetieres entdeckt, das der Gruppe der „Dicynodontia“ angehört, die vor 205 Millionen Jahren neben den Dinosauriern das spätere Europa durchstreiften.

          Topmeldungen

          Theresa May : Jetzt soll Brüssel den Brexit retten

          Die britische Premierministerin Theresa May hat den Aufstand in ihrer Fraktion überstanden. Auf dem Brexit-Gipfel erhofft sie sich nun Unterstützung der EU. Doch die Lage ist verzwickt.
          Diskussion bei Sandra Maischberger

          TV-Kritik: Sandra Maischberger : Das Jahr der Frauen

          Mit ihrem obligatorischen Jahresrückblick verabschiedete sich Sandra Maischberger in die Weihnachtspause. Es ging um Fussball und Politik, aber vor allem um ein Lebensgefühl. Darüber durften sogar Männer diskutieren.
          Unser Sprinter-Autor: Jasper von Altenbockum

          FAZ.NET-Sprinter : 27 Mal vorbestraft

          Nach dem Amoklauf in Straßburg fragt man sich: Was hilft gegen solche Täter? Der Brexit und Theresa Mays Rücktritt beherrschen diesen Donnerstag. Was sonst noch kommt, steht im Sprinter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.