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Massentaufe von Exoplaneten : Gebt ihnen einen richtigen Namen

  • -Aktualisiert am

Der im Sternbild Maler gelegene und 63 Lichtjahre entfernte Stern Beta Pictoris und sein Begleiter. Bild: Reuters/ESO/L. Calçada/N. Risinger (skysurvey.org).

Für dreihundert bekannte Exoplaneten werden echte Namen gesucht. Diese sollen die oftmals kryptischen Bezeichnungen ablösen. Mitmachen kann im Prinzip jeder.

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          Die Internationale Astronomische Union (IAU) sucht Namen für rund dreihundert Planeten. Vorschläge können von September an eingereicht werden -  zunächst für 20 bis 30 vor dem 31. Dezember 2008 entdeckte Sonnensysteme mit bis zu fünf Planeten. Auch die dazugehörigen Sterne sollen Namen erhalten.

          Um sicherzugehen, dass nur tatsächlich existierende Himmelskörper benannt werden – erst kürzlich hatten Astronomen drei Planeten nicht wieder aufspüren können – enthält die von der IAU zusammengestellte Liste nur Planeten, die mindestens fünf Jahre lang untersucht wurden und deren Umlaufbahnen genau bekannt sind. Auf der IAU-Generalversammlung im August 2015 sollen die Namen der Öffentlichkeit präsentiert werden.

          Echte Namen, keine kommerziellen Interessen

          Bis jetzt tragen neu entdeckte Exoplaneten unaussprechliche Bezeichnungen wie 16 Cygni B b, HD 128311 c oder OGLE235-MOA53 b. Der Wunsch nach richtigen Namen war bei einigen Astronomen und Hobbysternguckern schon lange groß. Vor einigen Monaten erregte eine amerikanische Firma den Unmut der IAU, weil sie Planetennamen gegen Geld vergeben wollte – nach eigenen Angaben, um mit den Einnahmen Forschungsprojekte zu unterstützen. Unter Astronomen ist die IAU jedoch die einzige Organisation, die zur Benennung von Himmelskörpern berechtigt ist.

          Die nun gesuchten Namen werden offiziell und endgültig sein, verspricht die IAU. Kommerzielle Interessen seien ausgeschlossen, Geld werde nicht genommen und auch Firmenbezeichnungen oder Namen lebender Personen nicht zugelassen. Die IAU hat die Webseite www.NameExoWorlds.org eingerichtet, um Vorschläge für die Namensgebung zu sammeln. Allerdings können zunächst nur astronomische Organisationen, wie Planetarien oder Sternwarten, astronomische Vereine oder auch Schulen Vorschläge einreichen. Zur Abstimmung über die besten Namen ist ab März 2015 die gesamte weltweite Öffentlichkeit aufgerufen.

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