https://www.faz.net/-gwz-qfkl

Marsrover Opportunity : In den Sand gesetzt

  • -Aktualisiert am

Die Landeplattform des Marsrovers Bild:

Der Marsrover Opportunity ist während seiner Mission auf dem roten Planeten im Sand steckengeblieben. Bei der Durchquerung eines Dünenfeldes fraß sich das Wägelchen fest. Im Labor wird nun die Befreiung geübt.

          2 Min.

          Jede Wüstenexpedition weiß ein Lied von dem Sand zu singen, in dem ihre Wagen immer wieder einmal feststecken. Dasselbe ist vor zwei Wochen, von der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa zunächst als vertraulich behandelt, auch dem Marsrover Opportunity passiert. Bei der Durchquerung eines Dünenfeldes hat sich das Wägelchen am 26.April - am Sol446, dem 446.Marstag seit der Landung - festgefressen.

          Seitdem steht der Rover still. Die Ingenieure am Jet Propulsion Laboratory in Pasadena (Kalifornien) wollen zunächst durch eine Simulation gleichsam im Sandkasten, im „In-Situ Instrument Lab“, herausfinden, wie sich Opportunity am besten befreien läßt, bevor sie versuchen, den Rover durch Kommandos von der Erde aus zum Weiterfahren zu bewegen.

          Auch mal rückwärts

          Opportunity hatte an dem fraglichen Tag bereits vierzig von geplanten neunzig Metern zurückgelegt, als seine Räder nicht mehr griffen. Zu der Zeit war der Rover in den Rückwärtsgang geschaltet. Seit einem Zwischenfall mit dem andern Marsrover (Spirit) im vergangenen Sommer hatte man sich angewöhnt, die Wägelchen zwischendurch immer mal wieder rückwärts fahren zu lassen.

          Damals war die Reibung an einem der Räder stark angestiegen. Bei der Analyse des Vorfalls hatten die Ingenieure festgestellt, daß der Schmierstoff des Rades durch die einseitig vorwärtsgerichtete Fahrt immer nur in eine Richtung gebracht worden war. Durch das gelegentliche Rückwärtsfahren wurde er wieder verteilt.

          Befreiungsstrategie

          Als Opportunity wieder vorwärts fahren sollte, setzte die Fahrt automatisch aus. Der Rover befand sich gerade auf einer Düne, die etwa 2,5 Meter breit und mit 30 Zentimeter Höhe etwas höher war als die anderen, die Opportunity bereits überquert hatte. Außerdem war sie etwas stärker geneigt - bis zu 15 Grad an einigen Stellen.

          Die Ingenieure prüfen jetzt bei der Simulation mit einem Testrover vor allem, wie der Sand in ihrem Labor, der in seinen Eigenschaften dem Marssand sehr ähnlich, aber etwas feiner ist, an den Rädern von Opportunity haftenbleibt und sich in den einzelnen Sektionen der Räder festsetzt. Die Versuche scheinen zumindest für den feineren künstlichen Marssand eine Befreiungsstrategie zu liefern. Vielleicht ist sie auf Opportunity übertragbar. Weil die Zeit nicht drängt, wird man das frühestens in der kommenden Woche erproben.

          5,3 Kilometer

          Insgesamt befindet sich Opportunity - wie auch der Rover Spirit, von dessen Instrumenten allerdings eins wegen eines Schadens abgeschaltet werden mußte - in gutem technischem Zustand, und das, obwohl die beiden seit Januar 2004 auf dem Mars herumfahrenden Wägelchen ursprünglich nur für drei Monate Betrieb ausgelegt waren. Opportunity hat mittlerweile 5,3 und Spirit 4,3 Kilometer zurückgelegt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Das israelische Parlament

          Regierungsbildung in Israel : Parlament stimmt für seine Auflösung

          Zum dritten Mal innerhalb eines Jahres sind die israelischen Bürger zur Wahl eines neuen Parlaments aufgerufen. Der Wahlkampf wird sich vermutlich vor allem um eines drehen: die Korruptionsvorwürfe gegen Ministerpräsident Netanjahu.
           „Mit diesen Leuten haben wir nichts zu tun“: Michael Kretschmer über die AfD

          Tabubruch in Sachsen : CDU für Koalition mit Grünen und SPD

          Auf einem Sonderparteitag stimmt Sachsens CDU mit großer Mehrheit für ein Regierungsbündnis mit Grünen und SPD. Nicht immer erntet Michael Kretschmer dabei so viel Beifall wie für seine Attacke gegen die AfD.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.