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Marsrover : „Curiosity“ macht ein außergewöhnliches Selfie

Das jüngste Selfie von „Curiosity“ Bild: Nasa, JPL

Der Marsrover Curiosity hat eine außergewöhnliche Aufnahme von sich gemacht. Man kann sogar unter den Forschungsroboter schauen.

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          Schon seit fast drei Jahren erkundet der amerikanische Mars-Rover „Curiosity“ die Oberfläche des Roten Planeten. Die meiste Zeit ist der kleinwagengroße Forschungsroboter in seinem Operationsgebiet, dem Gale-Krater, mit Messungen beschäftigt. Er bohrt die Oberfläche an, nimmt Bodenproben, analysiert die dünne Marsatmosphäre und fotografiert die Umgebung. Hin und wieder findet „Curiosity“ aber auch Zeit, sich selbst abzulichten. Dazu bedient er sich der Spezialkamera „Mahli“ (Mars Hand Lens Imager), die am Ende des Roboterarms sitzt.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Eine Handvoll Porträts hat „Curiosity“ schon von sich geschossen. Das wohl schönste „Selfie“ hat er nun zur Erde gefunkt. Wie von einem langen ausgestreckten Arm fotografiert, zeigt es ihn aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel. Auf der Aufnahme kann man sogar erstmals unter das Gefährt schauen. Man sieht die Unterseite und die darunter liegende Marsoberfläche. Auch ein Stein, der sich auf dem mittleren linken Rad (auf dem Bild rechts) festgesetzt hat, ist zu erkennen.

          Animation : „Curiosity" auf dem Weg zum Mars

          Das Selfie ist aus vielen Einzelbildern entstanden, die von der Mahli-Kamera aus verschiedenen Blickwinkeln aufgenommen wurden, ohne dass sie auf den Aufnahmen selbst zu sehen ist. Im Computer wurden die Einzelbilder zu einer Gesamtansicht zusammengesetzt. Das Porträt stammt vom 5. August und ist am Fuße des Zentralbergs des Gale-Kraters in einem Gebiet mit Namen „Buckskin“ entstanden, das der Rover erforscht hat.

          „Curiosity“ hat dort ein Loch gebohrt, Gesteinsproben entnommen und in seinem Chemielabor analysiert. In den Bodenproben wurden hohe Konzentrationen an Silikat und Wasserstoff gefunden. Sie seien höher als an anderen bisher untersuchten Stellen, teilte die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa mit. Die hohe Wasserstoffkonzentration im Gestein werten die Wissenschaftler der Nasa als einen Hinweis darauf, dass in der Region „Buckskin“ mehr Wassermoleküle oder Hydroxyl-Ionen im Boden oder im Gestein gebunden sind als anderswo. Frühere Messungen haben ergeben, dass der Gale-Krater wahrscheinlich einst mit Wasser angefüllt war und der Zentralberg einst durch die Aufschichtung von Sedimenten entstanden ist.

          Das Operationsgebiet am Fuße des „Mount Sharp“ mit Rover “Curiosity“ als Selvie
          Das Operationsgebiet am Fuße des „Mount Sharp“ mit Rover “Curiosity“ als Selvie : Bild: Nasa, JPL

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