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Marsmission „Insight“ : Der Maulwurf ist bereit zum Hämmern

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Selfie der Marssonde „Insight“. Deutlich zu erkennen die beiden schirmförmigen Solarmodule. Bild: Nasa, Caltech

Die im Dezember auf dem Mars gelandete Nasa-Sonde „Insight“ hat mit einem Roboterarm das Experiment „HP3“ abgesetzt. Das Gerät soll ein fünf Meter tiefes Loch in die Marsoberfläche treiben und herausfinden, wie der Kern des Roten Planeten beschaffen ist.

          Gut zweieinhalb Monate nach der Landung der Nasa-Forschungsplattform „InSight“ auf dem Mars ist nun auch das zweite wissenschaftliche Experiment bereit für seine Arbeit. Ein Roboterarm hat die in Deutschland gebaute Rammsonde „HP3“ (Heat Flow and Physical Properties Package) jetzt auf der Oberfläche des Roten Planeten plaziert. In den kommenden Wochen soll der ferngesteuerte Apparat, der am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt wurde, schrittweise bis zu fünf Meter tief in den Marsboden eindringen.

          HP3 soll Temperatur und Wärmeleitfähigkeit des Untergrunds messen und daraus den Wärmestrom aus dem Inneren des Mars ermitteln. Die Forscher erhoffen sich damit Informationen unter anderem darüber, ob der Mars über einen flüssigen Kern verfügt, ähnlich wie die Erde. Um sich in die Tiefe vorzuarbeiten, nutzt HP3 einen vollautomatischen, elektrisch angetriebenen Hammerschlagmechanismus. Dabei zieht die Sonde ein mit Messsensorik ausgestattetes fünf Meter langes Flachkabel mit sich in den Marsboden hinein.

          Laut DLR steht HP3 stabil rund eineinhalb Meter von der Muttersonde entfernt auf flachem Grund. Nun hofften die Forscher, dass der als Maulwurf bezeichneten Rammsonde „kein größerer Stein auf ihrem Weg in den Untergrund in die Quere kommt“, wie der leitende Wissenschaftler des HP3-Experiments, Tilman Spohn vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin, sagte.

          Die Rammsonde HP3

          Vor HP3 hatte InSight bereits Ende Dezember das Seismometer „Seis“ (Seismic Experiment for Interior Structure) auf unserem Nachbarplaneten ausgesetzt. Die Aufgabe der vornehmlich von Frankreich und anderen europäischen Partnern konstruierten Sonde ist es, künstliche Beben auszulösen und anhand der sich ausbreitenden seismischen Wellen das Innere des Roten Planeten zu durchleuchten.

          Mars im  geophysikalischen Check-up

          Neben Seis und HP3 zählt zu der „InSight“-Mission auch das amerikanische Experiment „Rise“ (Rotation and Interior Structure Experiment), das Schwankungen der Polachse des Mars aufzeichnen wird.

          Die Rammsonde HP3 (links) und in einem Abstand von zwei Metern das Seismometer „Seis“

          Von den gewonnen Daten erhoffen sich die Wissenschaftler der Insight-Mission genauere Erkenntnisse darüber, wie der Mars vor 4,5 Milliarden Jahren entstanden ist. Man erwartet Antworten darauf, warum die Vulkane auf dem Mars bereits in der frühen Phase des Planeten erloschen sind und es keine tektonische Aktivität wie auf der Erde gibt.

          Dem Mars fehlen alle typischen geologischen Elemente wie Erdbeben, Plattentektonik und Vulkanismus. Den Grund vermuten die Wissenschaftler in der im Vergleich zur Erde geringeren Größe des Planeten. Zudem besitzt der Mars offenbar nicht genügend Wasser, um den Prozess der Plattentektonik über einen längeren Zeitraum oder dauerhaft zu „schmieren“. Allerdings hatte der junge Mars einst mehr Wasser und Eis als heute. Das stationäre geophysikalische Observatorium „InSight“ war am 26. November des vergangenen Jahres nach einer fast siebenmonatigen Reise auf dem Mars gelandet.

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