https://www.faz.net/-gwz-ojux

Mars-Missionen : „Opportunity“ sendet, „Spirit“ stottert, „Beagle“ schweigt

  • Aktualisiert am

Keine Forscher auf dem Mars! Versuche am „Opportunity”-Modell auf der Erde Bild: REUTERS

Während sich die amerikanische Raumsonde „Opportunity“ laut Nasa in bester Verfassung befindet, kämpft der zweite Roboter „Spirit“ mit Problemen. Und auch der europäische „Beagle“bleibt weiter stumm.

          2 Min.

          Während sich die amerikanische Raumsonde „Opportunity“ laut Nasa in bester Verfassung befindet und am Montag ein erstes Farbbild vom Mars zur Erde schickte, kämpft der zweite Roboter mit Problemen. „Spirit“ hat in den vergangenen Tagen keine Bilder und Daten mehr übermittelt. „Wir wissen noch nicht, ob 'Spirit' wieder voll einsatzfähig sein wird“, sagte Nasa-Managerin Jennifer Trosper.

          Und auch der europäische Roboter „Beagle“, der nach dem Aufsetzen stumm blieb, scheint an diesem Zustand nichts ändern zu können. Auch nochmals verstärkte Versuche, mit dem kleinen Landegerät Kontakt über die beiden Satelliten „Mars Express“ und „Mars Odyssey“ und das Radioteleskop in Jodrell Bank in England aufzunehmen, brachten der europäischen Raumfahrtbehörde Esa zufolge nichts. „Wir haben „Beagle 2“ nicht gefunden, trotz drei Tage langer intensiver Suche“, sagte am Montag nachmittag der Erfinder von Beagle, der englische Wissenschaftler Colin Pillinger. „Das soll aber nicht heißen, daß wir „Beagle“ aufgeben. Wir werden die Amerikaner bitten, mit „Mars Odyssey“ am Dienstag ein Signal zu senden, das „Beagle“ abschaltet und zum Neustart zwingt.“ Natürlich sei das ein sehr gefährliches Kommando, räumte Pillinger ein. „Denn selbst wenn „Beagle 2“ noch da draußen ist, wird er vielleicht niemals antworten. Es ist ein letzter Rettungsversuch.“ Das gleiche Signal könnte „Mars Express“ nochmals Anfang Februar senden.

          „Spirit“ verzweifelt an Neustarts, bei „Beagle“ vielleicht eine Chance

          Was bei „Beagle“ als letzter Ausweg scheint, ist das Hauptproblem bei „Spirit“. Der Roboter hörte in der vergangenen Woche auf zu senden und startete seinen Bordrechner immer wieder neu, insgesamt rund 130 Mal. Einmal dachte der Rechner, daß jetzt das Jahr 2053 wäre, erklärte die Nasa. Die Techniker glauben nun, daß ein zu knapp bemessener Arbeitsspeicher des Computers zu den Problemen führte, weil dieser nicht mit den zahlreichen gespeicherten Bilddateien fertig wurde. Der Speicher der Bilddateien (Flash Memory) wurde deshalb kurz unterbrochen, um die ständigen Reboots zu beenden. Das Flash Memory soll nun überprüft und überflüssige Daten sollen dort gelöscht werden. In zwei oder drei Wochen könnte „Spirit“ seine Arbeit wieder aufnehmen.

          „Opportunity” von oben - 26.1.2004

          Während die Wissenschaftler versuchen, die beiden Sonden „Spirit“ und „Beagle“ zum Laufen zu bekommen, macht allein die als letzte eingetroffene „Opportunity“ keine Probleme. Der amerikanische Roboter sendete am Montag die ersten Farbbilder, die die ziegelroten Hänge eines Kraters und Teile einer Felsplatte zeigen. Das Bild lasse auf „eine wundervolle Gegend“ für die Forschungen von Geologen schließen, sagte Chefwissenschaftler Jim Bell in Pasadena begeistert. „Opportunity“ hat rund 10.000 Kilometer von ihrer Schwestersonde „Spirit“ aufgesetzt, die bereits in der Nacht zum 4. Januar auf dem Mars gelandet ist.

          Analyse für spätere Flüge

          Aber auch falls „Opportunity“ das einzige funktionierende Mars-Landegerät bleibt, haben die Wissenschaftler schon neue Pläne. Für „Beagle“ laufen Analysen, warum diese Mission nicht geklappt hat, weil Pillinger auf jeden Fall einen weiteren „Beagle“ auf den Mars schicken will: „Wir möchten versuchen, „Beagle“ nochmal fliegen zu lassen. Deshalb müssen wir wissen, wie weit der erste gekommen ist, damit wir wissen, welche Teile der Mission geklappt haben, die wir so lassen können.“ Deshalb ist ein Team in Leicester in England dabei, den Flug von „Beagle“ zu untersuchen. Das, was dem Team am meisten bringen könnte, wäre ein Bild des Landemoduls, das die hochauflösende Kamera an Bord von „Mars Express“ oder Kameras an Bord von „Mars Global Surveyor“ liefern könnten. Doch das kleine Gerät könnte auch zu klein sein, um auf den Bildern erkennbar zu sein. Doch die Hoffnung bleibt - und der Wille, den Mars zu erkunden.

          Weitere Themen

          Work-out im Zirbelstudio

          Ab in die Botanik : Work-out im Zirbelstudio

          Wer in diesem Tagen eigentlich noch einmal Skifahren wollte, statt auf der Suche nach Klopapier Supermärkte abzuklappern, dem mag die Königin der Alpen ein wenig Entspannung schenken.

          Topmeldungen

          Atemschutzmasken aus China: Das Flugzeug der New England Patriots hat in der Krise eine neue Aufgabe.

          Tausende Masken verschwunden : Moderne Piraterie?

          Hat Amerika wegen der Corona-Krise der deutschen Hauptstadt 200.000 Atemschutzmasken weggeschnappt? Das sagt der Berliner Senat. Das Weiße Haus stellt die Sache anders dar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.