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Mars-Mission : Marssonde „Spirit“ weiter nicht funktionstüchtig

  • Aktualisiert am

So stellte sich die Nasa „Spirit” auf dem Mars vor Bild: REUTERS

Die Nasa hat am Freitag kurzzeitig Kontakt zu ihrer am Mittwoch verstummten Marssonde „Spirit“ aufnehmen können. Am Mittwoch war der Kontakt unterbrochen worden.

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          Die Weltraumbehörde Nasa bangt weiter um ihre Marssonde „Spirit“. Zwar konnte die Nasa am Freitag kurzzeitig Kontakt zu ihrer am Mittwoch verstummten Marssonde „Spirit“ aufnehmen, aber die Übertragung sei mit zehn Bits pro Sekunde sehr schwach gewesen. Die Kommunikation sei 90 Minuten nach dem Aufwachen des Roboters mit Beginn des neuen Marstages erfolgt.

          Eine Sendeantenne in der Nähe von Madrid habe von 13.34 Uhr MEZ an etwa zehn Minuten lang Daten von „Spirit“ empfangen, teilte die amerikanische Weltraumbehörde mit. Die Nasa-Ingenieure wollten der Sonde noch am Freitag das Kommando erteilen, mehr Daten über ihren gegenwärtigen Zustand zu senden. Davon erhofften sie sich Aufschluß über die Ursache der Sendepanne, die am Mittwochabend den Kontakt zu der Sonde hatte abbrechen lassen.

          Die Hoffnungen der Nasa hatten sich am Freitag darauf konzentriert, daß „Spirit“ am Freitagmorgen MEZ mit dem Mars-Orbiter „Mars Odyssey“ kommuniziert, der zu diesem Zeitpunkt den Standort des Rovers überflog. „Wir sind rund um die Uhr im Einsatz und weit davon entfernt, unsere Sonde aufzugeben“, sagte eine Sprecherin am Donnerstagabend (Ortszeit) in Pasadena. Die europäische Weltraumorganisation Esa bot am Freitag Hilfe an: „Wir helfen den Amerikanern ohne Einschränkung“, sagte der Projektleiter der europäischen Mars-Express-Mission Rudolf Schmidt im europäischen Satellitenkontrollzentrum Esoc in Darmstadt.

          Funkstille seit Mittwoch

          „Spirit“ hat seit Mittwoch - knapp drei Wochen nach seiner Landung auf dem Roten Planeten - keine Fotos oder Daten mehr zur Erde gesendet. Nach Angaben der Wissenschaftler wurde aber ein Signal - vergleichbar mit einem Piepton - auf einer Frequenz gesendet, auf die „Spirit“ umschaltet, wenn er seine Systeme wegen technischer Probleme in einen Sicherheitsmodus herunterfährt. Der Roboter ist in der Lage, sich bei gefährlichen Bedingungen wie hoher Temperatur oder Strommangel selbst abzuschalten, um Schäden an der Technik zu vermeiden. „Das heißt, „Spirit“ ist nicht tot, und das ist ermutigend. Die Sonde empfängt die Befehle, kann sie aber aus irgendwelchen Gründen nicht umsetzen“, sagte ein Nasa-Vertreter in Pasadena.

          Nach Angaben der Weltraumbehörde gab es zunächst keinerlei Aufschluß über die Ursache für das Schweigen. Experten schlossen weder eine mechanische Panne noch ein Softwareproblem des Rovers aus. Auch eine zu starke Entladung der Batterie der Sonde galt als möglich. Wichtig sei es jetzt, alle Möglichkeiten zu bewerten und erst dann Entscheidungen zu treffen, sagte Charles Elachi, Direktor des kalifornischen Jet Propulsion Laboratorys, das an dem Experiment beteiligt ist. „Man kann viel Schaden anrichten, wenn man zu schnell handelt.“

          „Opportunity im Anflug“

          Unterdessen nähert sich „Spirits“ Zwillingsroboter „Opportunity“ weiter dem Roten Planeten. Die Sonde soll am Sonntag um 6.05 Uhr MEZ auf dem Mars landen. Der Anflug verlaufe problemlos, hieß es am Donnerstagabend bei der Nasa.

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