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Mars-Forschung : Der ultimative Test auf Marsleben?

  • -Aktualisiert am

Mars-Steinwüste: Ist hier irgendwo Leben? Bild: AP

Der Mars bleibt im Fokus der Raumfahrer: 2009 soll der „Mars Organic Analyzer“ der Uni Berkley nur eines tun: den Beweis für Leben finden oder das Gegenteil beweisen.

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          Daß es einst auf dem Mars Wasser gegeben hat, von dem kleine Mengen - zum Beispiel in den Polkappen - erhalten geblieben sind, ist mittlerweile hinreichend bekannt. Doch damit eventuell verbundenes Leben nachzuweisen ist trotz der Behauptung einiger Forscher, in dem vom Mars stammenden Meteoriten ALH 84001 hätten sie fossile Überreste davon entdeckt, bislang nicht gelungen. Nun will eine Forschergruppe unter Leitung von Richard Mathies von der University of California in Berkeley einen „Mars Organic Analyzer“ (MOA) bauen, der im Jahr 2009 zum roten Planeten fliegen könnte und dort definitiv Leben nachweisen würde, wenn es denn dort existierte.

          Bisher haben nur die beiden Viking-Sonden, die 1976 auf dem Mars landeten, auf der Oberfläche dieses Planeten nach Organismen gesucht. Sie haben allerdings keine eindeutigen Hinweise darauf entdeckt. Das Ergebnis eines Experiments hätte man zwar als Hinweis auf Leben interpretieren können. Doch die Ergebnisse der beiden anderen Experimente haben dagegen gesprochen. Erst seit dem vergangenen Jahr weiß man, daß das sogenannte Pyrolyse-Experiment, mit dem Bodenproben auf 500 Grad erhitzt wurden, zu unempfindlich war. In der Atacama-Wüste in Chile hat man damals mit dem Gerät bei einem Test erst Hinweise auf Leben entdeckt, als man die Proben bis auf 750 statt nur auf 500 Grad erhitzte.

          Suche nach Aminosäuren

          In der Atacama-Wüste haben die Forscher aus Berkeley in diesem Februar auch den "Mars Organic Detector" (MOD) - einen der beiden Bestandteile des Analysegeräts für 2009 - erprobt. Mit dem Detektor, der schon im Jahr 2003 zum Mars fliegen sollte, wegen des Verlusts eines amerikanischen Landegeräts im Jahr 1999 aber am Boden blieb, lassen sich Aminosäuren eindeutig nachweisen. Bei dem Experiment werden Bodenproben unter niedrigem Druck erhitzt und verdampft. Der Dampf kondensiert dann an einer Art Finger, der auf unter minus 70 Grad Celsius gekühlt wird. Der Finger ist mit einem Farbstoff beschichtet, der sich nur an Aminosäuren bindet und sich dabei durch Fluoreszenz auszeichnet. Für den Nachweis von Aminosäuren ist der Detektor eine Million Mal so empfindlich wie derjenige von Viking.

          Aminosäuren sind im Universum nicht ungewöhnlich, sie wurden unter anderem in Meteoriten aufgespürt. Bei den kosmischen Aminosäuren sind aber die links- und die rechtshändigen gleich verteilt, während die irdischen, auf Leben zurückgehenden Aminosäuren ausschließlich linkshändig sind. Wenn es auf dem roten Planeten Leben geben sollte, würde es vermutlich ebenfalls an einseitiger Händigkeit zu erkennen sein. Die in der Atacama-Wüste mit dem MOD entdeckten Aminosäuren sind im Labor mit einem zweiten Gerät untersucht und als linkshändig erkannt worden. Dieses Gerät soll der zweite Bestandteil für das Analyseexperiment sein, das 2009 zum Mars fliegen könnte.

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