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Luna-27 : Russland und Europa blicken zum Mond

  • Aktualisiert am

Weltraumbesiedelung ist kein abstraktes Gedankenspiel mehr. Das Mond-Habitat der European Space Agency existiert bisher aber nur im 3D-Druck. Bild: ESA/Foster and Partners

Die Raumfahrtbehörden Roskosmos und Esa wollen im Jahr 2020 eine gemeinsame Raumsonde zum Erdtrabanten schicken. Russland träumt bereits von einer permanenten Mondbasis.

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          Europa und Russland blicken gemeinsam in Richtung Mond. In fünf Jahren wollen die russische und die europäische Raumfahrtagenturen Roskosmos und Esa gemeinsam eine unbemannte Raumsonde zum Erdtrabanten schicken, die dort landen soll. Sie soll nach Wasser und Bodenschätzen suchen.

          Diese als Luna-27 bezeichnete Mission steht in der Tradition der Luna-Missionen aus Sowjetzeiten, die 1976 eingestellt wurden. Nun will Russland das Luna-Projekt wieder aufleben lassen und plant einige Mondsonden. Luna 25, Luna 26 und Luna 27 sollen von 2019 an zum Erdtrabanten starten. Während Luna 26 den Mond umkreisen wird, sollen Luna 25 und Luna 27 landen. Für Luna 27 hat man die Europäische Weltraumorganisation Esa mit ins Boot geholt.

          Die Raumsonde „Luna-27“ soll auf dem Südpol des Erdtrabanten niedergehen. Die Südhemisphäre gehört zu den unbekannten Regionen des Mondes. Sie wird kaum von der Sonne beschienen und ist deshalb recht kalt. Die Wissenschaftler vermuten dort Wassereis und andere wertvolle Chemikalien und Materialien, die man zum Aufbau und Betrieb einer Mondstation nutzen kann. „Auf dem Mond existieren fast alle Ressourcen, die auch auf der Erde gefunden wurden“, sagte Igor Mitrofanow leitender Wissenschaftler am Institut für Weltraumforschung der Russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau der BBC.

          Diesmal kein Alleingang

          „Wir müssen zum Mond fliegen. Das 21. Jahrhundert ist das Jahrhundert, in dem es permanent bewohnte Außenposten der Menschheit geben wird. Und unser Land muss daran beteiligt sein“, so Mitrofanow weiter. Doch anders als in den sechziger und siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts müsse Russland mit den Kollegen der anderen Raumfahrtnationen zusammenarbeiten.

          Russische Landesonde Luna-27

          Die Esa verfolgt ähnliche Absichten. „ Wir haben Ambitionen europäische Astronauten zum Mond zu schicken, sagte Bérengère Houdou vom Europäisches Weltraumforschungs- und Technologiezentrum (Estec) in Amsterdam ebenfalls der BBC. Es gäbe Diskussionen auf internationaler Ebene, wie man am besten kooperieren könne, um wieder zum Mond zu fliegen. Die amerikanischen Apollo-Astronauten Eugene Cernan und Harrison Schmitt waren 1972 die letzten Mensch, die  den Mond betreten haben.

          Das Projekt Luna-27 sei „technologisch weit fortgeschritten und gut vorbereitet“, äußerte sich ein Mitarbeiter der deutschen Raumfahrtbranche gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. „Der Südpol des Mondes sei unerforscht. Niemand war bislang dort. Die Kooperation der Esa mit der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos sei gut etabliert. Tatsächlich arbeitet die Esa mit den russischen Kollegen ungeachtet des Ukraine-Konflikts auf vielen Ebnen eng zusammen.

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