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Lichtspielhaus Erde (10) : Die Renaissance der Grenze

  • -Aktualisiert am

Die Grenze zwischen Indien und Pakistan, von der Internationalen Raumstation aus fotografiert. Bild: Nasa

Vorbei die Zeit, als Grenzen immer seltener die Völker trennen sollten. Im letzten Teil unserer Lichter-Serie steht eine Landesgrenze, die global aus dem Weltraum herausragt

          Für die amerikanischen Astronauten, die vor fast fünfzig Jahren zum Mond flogen, war die blaue Erde das Eindrucksvollste, was sie beim Blick aus ihrem Raumschiff heraus sahen. Aus dieser Distanz schien die Erde ein Planet ohne trennende Grenzen zu sein, ein Symbol dafür, dass die Völker in Frieden miteinander leben und mit ihrer zerbrechlich wirkenden Heimat schonend umgehen sollten. Es war ein schöner Traum, der aber rasch zerplatzt, wenn man näher an die Erde herankommt. Schon von der Raumstation aus, die unsere Erde in rund 400 Kilometern Höhe umkreist, sind einige Landesgrenzen deutlich zu erkennen. Auch nachts. Manchmal sind es nur indirekte Hinweise, die auf unkritische Unterschiede in den Traditionen hindeuten. Anhand der Straßenbeleuchtung in unterschiedlichen Farben etwa lässt sich zumindest grob der Grenzverlauf zwischen Brasilien und Paraguay verfolgen, besonders gut bei Zwillingsstädten: Die in Paraguay liegende Hälfte erscheint jeweils blau, die brasilianische Hälfte dagegen rötlich.

          Als nicht so friedfertig erweist sich schon vom Weltraum aus die Grenze zwischen Nord- und Südkorea. Die beiden Staaten trennt ein durchgehendes Lichtband, niemand soll dort auch nachts unbemerkt bleiben. Auf nordkoreanischer Seite ist vom Weltraum, allerdings nur schwach, zusätzlich eine Kette heller Flecken zu sehen, die jeweils gleiche Abstände voneinander aufweisen - vermutlich die Standorte der Grenzsoldaten. Das hier abgebildete Foto, das ein Astronaut Ende September von der Internationalen Raumstation aus aufgenommen hat, zeigt die beleuchtete Grenze zwischen zwei anderen Staaten, die nicht unbedingt in Frieden miteinander leben: Indien (rechts) und Pakistan.

          Die Grenze fällt schon durch ihre schiere Größe eindrucksvoll auf. Unten links befindet sich die pakistanische Metropole Karatschi. Rechts davon windet sich das breite, dunkler erscheinende Industal nahezu parallel zur Grenze nach Nordosten. Das Tal ist gesprenkelt mit zahlreichen Ortschaften, deren größte durch eine beleuchtete Straße miteinander verbunden sind. Rechts oben reicht der Blick bis nach Lahore und zu dem dahinterliegenden Tal des Brahmaputra, das sich ebenfalls durch viele beleuchtete Ortschaften auszeichnet. Die Lichter an dieser und anderen Grenzen werden übrigens auch jetzt, da sich das von der Unesco ausgerufene Jahr des Lichts seinem Ende zuneigt, nicht verschwinden - außer im Traum. Ebenso wenig übrigens wie die auf diesem Foto gut erkennbare grün leuchtende Atmosphärenschicht rund hundert Kilometer über der Erde. Das Nachthimmelsleuchten (Airglow) ist der Ultraviolettstrahlung von der Sonne zu verdanken, die in dieser Höhe die Moleküle aufbricht. Das grüne Licht entsteht, wenn sich die Moleküle wieder vereinen.

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