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Kosmisches Schauspiel : Komet Lovejoy leuchtet am Nachthimmel

  • Aktualisiert am

Eine Aufnahme vom 06.01.2015 zeigt den Kometen Lovejoy (C/2014 Q2) mit einem Kometenschweif als grünlichen Punkt über der Wüste von New Mexico. Bild: Alan Dyer/amazingsky.com/dpa

Hobbyastronomen aufgepasst: Von diesem Wochenende an ist der grüne Schweifstern „Lovejoy“ gut zu beobachten. Mit etwas Glück ist der kosmische Brocken sogar mit bloßem Auge zu sehen.

          Er kommt aus den Fernen unseres Sonnensystems und ist grün: Der Komet Lovejoy könnte vom kommenden Wochenende an ein besonderes Schauspiel am Himmel bieten - vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Gute Chancen dürften sich schon am Sonntag (11. Januar) ergeben; womöglich ist der Schweifstern dann sogar mit bloßem Auge zu sehen.

          „Lovejoy ist ein schöner, heller Komet, der im Süden hoch am Himmel steht“, sagte der Kometen-Experte Uwe Pilz von der Vereinigung der Sternfreunde im hessischen Heppenheim. „Von diesem Sonntag  an stört der Mond mit seiner Helligkeit nicht mehr.“ Dann könne der Komet zwei Wochen lang gut zu sehen sein. Der Deutsche Wetterdienst sagt voraus, dass dann Wolkenlücken den Blick zum Himmel freigeben.

          Lovestoy wandert durch die Sternbild Fluss Eridanus (aufgenommen am 7. Januar).

          Astronomen raten Beobachtern: Raus aus der selbst nachts relativ hellen Stadt und ab ins Feld. „Da bringen schon zehn Kilometer einiges“, meinte Pilz. Eine gute Uhrzeit sei etwa 22.00 Uhr abends. Lovejoy - C/2014 Q2 ist die korrekte astronomische Bezeichnung - sei auch „mit dem Feldstecher gut zu sehen“, meinte Kometen-Fachmann Michael Khan von der Europäischen Raumfahrtagentur Esa in Darmstadt. „Er kommt der Sonne immer näher.“

          Kohlenstoff färbt Lovejoy grün

          Benannt ist der Komet nach dem australischen Hobbyastronom Terry Lovejoy, der schon mehrere Schweifsterne entdeckt hat. Er wird auf seiner BAhn in Richtung Sonne immer aktiver und sein Kometenschweif immer größer. Für die grünliche Farbe des von der Sonne angestrahlten Kometen sind laut Michael Khan zweiatomige Kohlenstoffmoleküle in den Gasen des Schweifs verantwortlich.

          Der Komet war der Erde mit rund 70 Millionen Kilometer Abstand besonders nahe gewesen. Wenn er Ende Januar an der Sonne vorbeizieht, dürfte er laut Pilz etwa 111 Millionen Kilometer vom Blauen Planeten entfernt sein - für astronomische Verhältnisse keine große Distanz.

          Neben diesem Wochenende kann vor allem der 20. Januar ein wichtiger Termin zum Beobachten werden. Für diesen Tag ist Neumond vorhergesagt. Da stört der Erdtrabant am wenigsten.Kometen können allerdings auch enttäuschen. Der für 2013 als „Jahrhundertkomet“ bezeichnete Ison zerbrach auf seinem Weg Richtung Sonne. Das erhoffte große Spektakel am Himmel blieb aus.

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