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Kometenmission Rosetta : „Philae“ schweigt weiter

„Philae“ (hier als Collage) hat offenbar keinen Strom mehr und lässt sich nicht mehr aktivieren. Bild: esa

Zum Lander „Philae“ besteht auch weiterhin keinerlei Funkkontakt. Auch die letzten Bemühungen am Wochenende sind gescheitert. Die Wissenschaftler der Kometen-Mission sind ratlos.

          Auch die jüngsten Versuche, Funkverbindung mit dem Landeroboter Philae aufzunehmen, sind erfolglos geblieben. Damit haben sich die Aussichten weiter verschlechtert, dass sich das kühlschrankgroße Gerät doch noch einmal meldet. Philae  war von der europäischen Raumsonde Rosetta am 12. November 2014 auf dem Kometen 67P/ Tschurjumow-Gerassimenko abgesetzt worden.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Seit dem letzten Lebenszeichen am 9. Juli 2015 hatten die an der Philae-Mission beteiligten Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln mehrmals versucht, Kontakt mit dem Lander zu bekommen, so auch am vergangenen Wochenende.

          Frostige Temperaturen auf Tschuri

          Es sei aber auch dieses Mal zu keiner Kontaktaufnahme gekommen, sagte Projektleiter Stephan Ulamec vom DLR. Die Chancen dafür würden jeden Tag geringer, weil sich Tschuri seit seiner stärksten Annäherung im Sommer 2015 auf seiner Umlaufbahn immer weiter von der Sonne wegbewege. Damit sänken die Temperaturen auf dem drei mal vier Kilometer großen Himmelskörper. Unterhalb von minus 51 Grad lassen sich die Instrumente des Landers nicht mehr einschalten.

          Die DLR-Forscher hatten am Sonntag versucht, das Drallrad an Bord des Landers zu aktivieren und damit den gestrauchelten Roboter mit seinen Solarzellen zu bewegen und besser zur Sonne hin auszurichten. Das Drallrad sorgte während des Landemanövers vor zwei Jahren für die nötige Stabilität. Wegen der langen Funkstille wissen die Mitarbeiter des DLR nicht, in welchem Zustand Philae ist. Man glaubt, dass inzwischen auch einer der Sender und ein Empfänger ausgefallen sind. Bis Ende Januar werde man noch auf Signale von Philae lauschen, sagte Ulamec. Aber dann müsse man leider irgendwann auch einmal realistisch sein und konstatieren, dass man vermutlich nichts mehr hören wird.

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