https://www.faz.net/-gwz-9vd2l

Klimawandel auf dem Mars : Wasserflucht

Hier flossen einmal Flüsse: eingefärbte Mars-Aufnahme des Jezero Kraters, aufgenommen vom Reconnaissance Orbiter der Nasa Bild: Reuters

Der Mars war einmal eine Wasserwelt. Den allergrößten Teil seines Wassers hat er seitdem an den interplanetaren Raum verloren. Aktuelle Beobachtungen zeigen, dass er weiterhin austrocknet – vor allem wenn es warm und stürmisch ist.

          1 Min.

          Kaum etwas regt so wunderbar zum Träumen an wie die Anzeichen auf etwas Vergangenes, rätselhaft Scheinendes, dessen Existenz mit der heutigen Realität kaum in Deckung gebracht werden kann. Der Mars mit seinen ausgetrockneten Flussdeltas, Seen und Strömen ist so ein Ort. Die einstige Wasserlandschaft beherbergt ihr Nass heute bekanntlich nur noch gefroren an den Polen, vielleicht auch tief im Boden. Immerhin würde das in den Eiskappen existierende Wasser noch ausreichen, die Marsoberfläche überall rund 30 Meter hoch zu bedecken. Und doch muss es einmal sehr viel nasser gewesen sein: Weniger als zehn Prozent scheint der Anteil des derzeitigen Wassers am urzeitlichen Ozean betragen zu haben.

          Wo ist all das Wasser geblieben? Eine Gruppe von Astrophysikern hat in der Zeitschrift „Science“ neue Antworten geliefert. Ihr Ausgangspunkt ist die Annahme, dass das Wasser mit der Zeit in den interplanetaren Raum entwichen ist. Zum einen geschieht dies, sobald eine komplexe Reaktionskette dafür sorgt, dass Wassermoleküle sich in Wasserstoff und Sauerstoff zersetzen. Diese Substanzen steigen daraufhin in der Atmosphäre auf, wo sie schließlich dem Gravitationsfeld entkommen können – das wusste man bereits. Dieser Prozess sollte langsam und stetig stattfinden. Beobachtungen zeigen aber, dass der Verlust von Wasserstoffatomen auf einer sehr viel kürzeren Zeitskala von Monaten variiert.

          Auf der Grundlage von Beobachtungen des ExoMars Trace Gas Orbiter der Esa konnte nun rekonstruiert werden, inwiefern auch das direkte Aufsteigen von Wasser in der Atmosphäre in Form von Wasserdampf einen Beitrag liefert. Dafür rekonstruierten die Astronomen anhand von Spektrallinien in der Marsatmosphäre den dortigen Verlauf von Druck und Temperatur. Es zeigte sich, dass die atmosphärische Konzentration von Wasser jahreszeitlich variiert und mit Zirkulationsmustern in der Atmosphäre, den sogenannten Hadley-Zellen, zusammenhängt.

          Das ist auch auf der Erde so, doch während sich hier Wolken bilden, die das Wasser an unseren Planeten binden, ist dieser Prozess auf dem Mars insbesondere in warmen und stürmischen Perioden nicht ausreichend, um eine Austrocknung zu verhindern. Und so bleibt das Fazit unserer extraterrestrischen Träume doch meist das gleiche: Es gibt viele Aspekte des irdischen Klimas, die unsere Erde so besonders und schützenswert machen.

          Weitere Themen

          Die hohe Kunst der Zeugung

          Skurriler Nachwuchs : Die hohe Kunst der Zeugung

          Hier die greise Schlange, da das liebe Vieh: Wenn es um den Nachwuchs geht, hat die Natur schon Phantastisches zu bieten, aber der Mensch erst sprengt mit seinen Reproduktionskonzepten alle Grenzen. Eine Glosse.

          Topmeldungen

          Spontane Proteste gegen die Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Madrid am Freitagabend.

          Corona in Spanien : Die Angst vor dem Notlazarett

          Die Infektionszahlen in der spanischen Hauptstadt explodieren und die Verwaltung weiß sich nur mit selektiven Ausgangssperren zu helfen. Das öffentliche Leben wird für einen Teil der Bevölkerung drastisch eingeschränkt.
          Der erste Streich: Gnabry nimmt Maß und trifft.

          8:0 gegen Schalke : Die Acht-Tore-Ansage

          Der FC Bayern demonstriert zum Saisonauftakt der Bundesliga seine Überlegenheit und demontiert den FC Schalke nach allen Regeln der Fußball-Kunst. Serge Gnabry trifft beim 8:0 drei Mal.
          Der Abteilungsleiter für Wirtschaftsfragen im amerikanischen Außenministerium, Keith Krach, traf am 18. September in Taiwan mit Ministerpräsident Su Tseng-chang zusammen.

          Militärmanöver : Plant China einen Angriff auf Taiwan?

          Amerikas Beziehungen mit Taiwan werden immer enger. Nun plant Washington neue Waffenverkäufe an Taipeh – und verärgert damit China. Peking verschärft seine Drohgebärden in Richtung der Insel.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.