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Raumsonde Hayabusa 2 : Neues Weltraumabenteuer von Japan aus gestartet

Bild: Reuters

Die japanische Sonde Hayabusa 2 befindet sich seit dem Morgen auf dem Weg zum Asteroiden „1999 JU3“. Sie wird ihn in vier Jahren erreichen und dann ein Landegerät „made in Germany“ absetzten.

          Drei Wochen nach der spektakulären Landung von „Philae“ auf dem Kometen „Tschuri“ blicken die Astronomen gespannt auf das nächste Weltraumabenteuer: die Reise der japanischen Raumsonde Hayabusa 2 zu einem Asteroiden. Eine Rakete beförderte die Sonde am Mittwochmorgen ins All. Der ursprünglich für Sonntag geplante Start war wegen schlechter Wetterbedingungen verschoben worden.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Die Trägerrakete vom Typ H-IIA hob pünktlich um 5.22 Uhr mitteleuropäischer Zeit vom Weltraumbahnhof Tanegashima im Süden Japans ab. Vier Jahre wird  Hayabusa 2 unterwegs sein, bis sie ihr Ziel, den erdnahen Asteroiden „1999 JU3“, erreichen wird. Die Raumsonde soll im Juni 2018 in eine Umlaufbahn einschwenken. Von dort aus wird sie den etwa einen Kilometer großen Himmelskörper zunächst vermessen und kartographieren. Dann wird sie aus einer Höhe von 100 Metern das deutsch-französische Landegerät „Mascot“ (Mobile Asteroid Surface Scout) auf dem Asteroiden absetzen.

          Hüpfender Landeroboter 

          Das vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR und der französischen Raumfahrtagentur konzipierte Landegerät soll Messungen an verschiedenen Stellen der Asteroidenoberfläche vornehmen. Dafür ist der schuhkartongroße Roboter mit einem Mechanismus ausgestattet worden, der ihn befähigt, sich hüpfend fortzubewegen.

          Der deutsch-französische Landegerät MASCOT Bilderstrecke

          Ein Sprung befördert Mascot zehn bis 70 Meter weit. Das Gerät führt vier Instrumente mit: eine Kamera, ein Radiometer, das die Temperatur der Kometenoberfläche misst, sowie ein Magnetometer und ein Spektrometer, die magnetische Eigenschaften und die chemische Beschaffenheit des Gesteins von 1999 JU3 analysieren sollen. Aufgrund der begrenzten Kapazität der mitgeführten Lithium-Ionen-Batterie wird der Lander nur 16 Stunden aktiv bleiben können.

          Asteroid unter Beschuss

          Währenddessen wird Hayabusa 2 „1999 JU3“ umkreisen und weiter untersuchen. Der Höhepunkt wird – verläuft alles nach Plan – im August 2019 erfolgen. Dann wird die japanische Raumsonde ein Geschoss, einen sogenannten Impactor, auf die Komentenoberfläche abfeuern und den dabei aufgewirbelten Staub und das Gestein ansaugen. Im Dezember wird die Sonde mit ihrer kostbaren Fracht den Rückstart zur Erde antreten, die sie ein Jahr später erreichen soll.

          Die Wissenschaftler vermuten, dass sich der Asteroid 1999 JU3 seit der Entstehung des Sonnensystems vor etwa 4,5 Milliarden Jahren kaum verändert hat. Aufschluss sollen die Materialproben des Asteroiden liefern, die man auf der Erde untersuchen will.

          An Bord der Raumsonde sind auch zwei Speicherchips, auf denen Namen sowie Grüße und Botschaften von japanischen Weltraumenthusiasten abgelegt sind. Der Chip mit den Namen wird mit dem Impactor auf die Kometenoberfläche geschossen. Die andere Speicherkarte soll mit der Rückkehrkapsel wieder auf der Erde landen.

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