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Internet : Näher an den Mond heran

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Der Mond herangeholt im Internet Bild: Nasa

Ein Teleskop und durchwachte Nächte braucht es durchaus nicht mehr: Dank Zoom-Technik und Internet kann jeder vor dem Computer zum Astronomen werden.

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          Seit Galileo Galilei erstmals ein Fernrohr auf den Mond gerichtet hat, ist die Oberfläche des Erdtrabanten immer genauer erkundet worden. Was die Beobachter dabei sahen, wurde häufig in Zeichnungen festgehalten. 1837 gaben Wilhelm Beer und Johann Heinrich Mädler den ersten Mondatlas mit der gesamten sichtbaren Mondhälfte heraus. Als die Apollo-Astronauten zu dem Erdtrabanten flogen, konnten sie sich unter anderem an dem ersten fotografischen Mondatlas orientieren. Gerhard Kuiper hatte ihn 1960 mit einer Auflösung von einigen hundert Metern publiziert. Es gab aber auch schon Bilder von Mondsonden, die viele Gebiete auf dem Erdtrabanten noch weit deutlicher zeigten. Seitdem ist ein weiterer Sprung nach vorn in der Mondkartographie erfolgt. In etlichen Regionen sind mittlerweile sogar metergroße Strukturen erkennbar.

          Was eine Gesamtschau anbelangt, dürfte das beste Bildmaterial aber von der amerikanischen Raumsonde "Lunar Reconnaissance Orbiter" kommen. Sie umfliegt den Mond seit dem Juni 2009 und hat dessen gesamte Oberfläche in jedem Monat ungefähr einmal fotografiert - bei einer Auflösung von rund zehn Metern in sieben Spektralbereichen. Seit kurzem ist im Internet (http://wms.lroc.asu.edu/lroc_browse/view/wac_nearside) neben anderen Regionen des Erdtrabanten auch dessen für die Beobachter sichtbare "Vorderseite" in dieser Qualität zu bewundern, und zwar so, dass man alle Einzelheiten mit einer Zoom-Technik nahe an sich heranholen kann.

          Die Mondkarte ist letztlich ein Mosaik aus ungefähr 1300 einzelnen Fotos, die die Sonde Mitte Dezember 2010 innerhalb von zwei Wochen aufgenommen hat. Die Kamera der Sonde blickte in dieser Zeit ständig senkrecht auf die Mondoberfläche. Der Mond rotierte unter der Bahn der Sonde hinweg, so dass er streifenweise erfasst wurde. Wichtig war dabei, dass die Beleuchtung der jeweiligen Areale weitgehend einheitlich war. Das Sonnenlicht musste im Übrigen, damit die Schatten die Mondkonturen zur Geltung brachten, schräg einfallen.

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