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Internationale Raumstation : Britischer Astronaut steuert Rover vom All aus

  • Aktualisiert am

Tim Peake steuert den Rover „Bridget“ von der Internationalen Raumstation aus. Bild: dpa

Weltraumfahrzeuge, die auf dem Mars oder dem Mond herumkurven, gibt es seit längerem. Jetzt wurde ein Roboterauto aus 400 Kilometern Höhe in der Nähe von London per Weltraum-Internet ferngelenkt.

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          Der britische Astronaut Tim Peake hat von der Internationalen Raumstation ISS aus ein Roboterfahrzeug auf der Erde ferngesteuert. Peake lenkte den Rover „Bridget“ zwei Stunden lang durch eine künstlich errichtete Mars-Landschaft in der Nähe von London. „Das war super erfolgreich, wir sind sehr glücklich“, sagte Sebastian Martin von der Europäischen Raumfahrtagentur (Esa) der Deutschen Presse-Agentur. Wissenschaftler des europäischen Satelliten-Kontrollzentrums (Esoc) in Darmstadt überwachten das Experiment. Der ferngesteuerte Roboter, der 300 Kilogramm schwer ist, erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von zwei Zentimetern pro Sekunde, allerdings nur in einfachem, flachem Gelände.

          Dieser Rover fuhr in London auf das Kommando vom Tim Peake

          Bei dem Test sei es für Peake aber darauf angekommen, „Bridget“ durch schwieriges Gelände zu lenken, sagte Martin. Besonders kompliziert sei das Navigieren in völliger Dunkelheit gewesen. Dazu musste der Rover auf dem Londoner Airbus-Testgelände in eine künstliche Höhle fahren. Dort sei es „Bridget“ gelungen, verschiedene leuchtende Objekte zu identifizieren und ihren Standort auf digitalen Karten zu markieren.

          Zur Steuerung wurde laut Esa ein sogenanntes Disruption Tolerant Networking verwendet, „eine Art Weltraum-Internet“, das auch mit schweren Kommunikations-Abbrüchen und großen Latenzen umgehen könne. Das Besondere sei bei dem Experiment gewesen, „dass Peake das Fahrzeug live steuern konnte, praktisch wie mit einem Joystick“, sagte Martin.

          Das Ziel solcher Experimente sei es laut Martin, Raumfahrzeuge etwa auf dem Mars, dem Mond oder auf Asteroiden von Astronauten von Orbitern aus zu steuern, die um diese Himmelskörper kreisen. Dadurch würden große Zeitverzögerungen vermieden: Signale von der Erde brauchen zum Beispiel etwa 20 Minuten, um zum Mars zu gelangen.

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