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Huygens-Mission : Titan: Eine der Erde verwandte Welt

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Neues vom Titan: Bergrücken mit Zuflüssen in einen großen Methan-Fluß Bild: Esa

Die Planetenforscher der Esa sind sich bereits sicher: Der Saturnmond Titan ist eine mit der Erde vergleichbare Welt. Es gibt Flüsse, Seen, Wind und Regen - allerdings mit „exotischen Materialien“.

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          Der Saturnmond Titan ist der Erde offenbar erstaunlich ähnlich. Dies geht aus den Meßergebnissen der Esa-Raumkapsel Huygens hervor. „Wir sehen erdähnliche Prozesse, allerdings mit exotischen Materialien. Anstelle von Steinen finden wir auf dem Titan Eisbrocken", sagte Missionsanalyst Michael Khan vom europäischen Raumfahrtzentrum Esoc am Freitag in Darmstadt.

          „Wir verstehen jetzt, wie die Landschaft des Titan geformt wird", erklärte der an dem Projekt beteiligte amerikanische Wissenschaftler Martin Tomasko. „Die geologischen Daten über Niederschlag, Erosion und flußähnliche Aktivitäten sagen uns, daß die physikalischen Prozesse, die den Titan gestalten, weitgehend die gleichen sind wie auf der Erde.“ Vor allem Wetter und Geologie seien dem Geschehen auf der Erde sehr ähnlich. Die physikalischen Prozesse seien dabei praktisch die gleichen wie auf der Erde. Flüsse und Seen auf dem Titan wirkten derzeit trocken, es könnte dort aber vor kurzem geregnet haben. Unter der Titanoberfläche liege eine Substanz, die die Konsistenz von nassem Sand habe.

          Mantel aus dicker Eisschicht

          Huygens war vor einer Woche - wie geplant - in die Atmosphäre des bis dahin unerkundeten Titan eingetreten und hatte erste Bilder zur Erde gefunkt. Die europäische Raumsonde war rund sieben Jahre unterwegs, um eines der größten Forschungsprojekte der Esa zu verwirklichen.

          Möglicherweise helle Inseln in einem dunkeln Strom

          Eis gibt es den Huygens-Messungen zufolge auf dem Titan in großen Mengen. „Der Mantel des Titan besteht aus einer viele hundert Kilometer dicken Eisschicht. In der Mitte befindet sich wahrscheinlich ein Gesteinskern, möglicherweise sogar Eisen", sagte Khan. Vulkane wie auf der Erde hat Huygens offenbar aber nicht ausmachen können. Dies könnte darauf hindeuten, daß der Kern des Titan weniger heiß ist als der Erdkern. Allerdings deuten die Forschungsergebnisse nach Angaben der Esa durchaus darauf hin, daß auf dem Titan durchaus einmal Vulkane tätig waren. Sie hätten allerdings anstelle von Lava Eis und Ammoniak gespuckt. An der Auswertung der von Huygens gesammelten Daten arbeiten derzeit rund 1000 Wissenschaftler weltweit.

          „Dies ist nur der Anfang“

          Von der Erkundung des smogverhangenen Mondes verspricht sich die Esa neue Erkenntnisse über die Entstehung der Erde und des Lebens auf unserem Planeten. Vor allem wollen sie wissen, ob auf dem minus 180 Grad Celsius kalten Titan eine Art Ursuppe wie früher auf der Erde zu finden ist, die Leben ermöglichende Moleküle enthält.

          „Wir sind außerordentlich erfreut über diese Ergebnisse“, sagte Jean-Pierre Lebreton, Chef der „Huygens“-Mission: „Dies ist aber nur der Anfang.“ Die von der Esa-Raumsonde übermittelten Daten würden die Wissenschaftler noch auf Jahre beschäftigen.

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