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Himmelsschauspiel : Im Takt der schwarzen Venus

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Venustransits ziehen auch in unserer Zeit noch die Aufmerksamkeit der Wissenschaft auf sich, so ermöglichen sie etwa eine Referenzmessung für die Suche nach Planeten um ferne Sonnen. Die eigentliche Bedeutung dieser Himmelsereignisse aber ist außerhalb der Astronomie zu suchen. Von den „Schlägen des himmlischen Metronoms“ spricht der Historiker William Sheehan in seinem Buch „The Transits of Venus“: Bei den letzten Transits befuhren noch Dampfschiffe die Ozeane, erste Telegrafenleitungen verbanden Kontinente, der amerikanische Bürgerkrieg, der die Sklaverei auf dem Boden der Vereinigten Staaten beendete, war erst seit einem Jahrzehnt Geschichte. Bis zu den Transits unserer Zeit hatten Menschen den Mond betreten, die Welt die glänzendsten und abscheulichsten Seiten menschlichen Wirkens gesehen. Wie wird die Welt am 11. Dezember 2117 aussehen, wenn die schwarze Venus das nächste Mal vor die Sonne tritt? Die Geschichte selbst lehrt uns, dieser noch fernen Zukunft mit einer Mischung aus Neugierde und Schaudern entgegenzusehen. Eines aber ist sicher: Auch in 105 Jahren werden Menschen den kleinen schwarzen Punkt auf der Sonne verfolgen, mit der gleichen Faszination wie in den Jahrhunderten zuvor.

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8. Juni. Die Welt beobachtet fasziniert den ersten Venusdurchgang seit 122 Jahren. Der Planet zeigt sich als kleines Pünktchen vor der Sonnenscheibe

Venustransit 2012: Wann und Wo?

Anders als bei einer totalen Sonnenfinsternis ist der Venustransit in weiten Teilen der Welt zu sehen. Aber nur dort, wo während des knapp siebenstündigen Vorbeilaufs der Venus die Sonne über dem Horizont steht, kann man das Ereignis in voller Länge verfolgen. Das ist in diesem Jahr nur im pazifischen Raum sowie im Nordpolarbereich der Fall. Aufgrund der Datumsgrenze findet der Transit in Amerika und im Pazifik bereits am 5. Juni statt, in Deutschland dagegen am Morgen des 6. Juni - leider größtenteils während der Nacht. Die Venus „berührt“ die Sonnenscheibe erstmals gegen 00:04 Uhr (MESZ, gerechnet für Frankfurt am Main), und steht um 00:21 Uhr vollständig vor der Sonne. Die Mitte des Transits wird um 03:30 Uhr erreicht. Weil die Sonne erst um 05:23 Uhr aufgeht, ist nur der letzte Teil des Transits zu sehen. Die Venus „berührt“ den gegenüberliegenden Sonnenrand um 06:37, der endgültige Austritt findet um 06:55 statt. Für eine erfolgreiche Sichtung benötigt man neben wolkenfreiem Himmel einen Standort mit freier Sicht nach Nordosten. Viele Volkssternwarten und astronomische Vereine bieten Sonderveranstaltungen an. Niemals darf man die Sonne ohne ausreichenden Schutz betrachten - schwere Augenschäden bis hin zur Erblindung wären die Folge! Einzig speziell beschichtete Folien aus dem Astronomie-fachhandel erlauben eine gefahrlose Beobachtung der Sonne. Die Folie gibt es im Internet sowohl als zuschneidbare Bögen als auch als sogenannte „Sonnenfinsternisbrille“, die direkt vor die Augen gesetzt werden kann.

-Buchtipps und Links:

William Sheehan und John Westfall: „The Transits of Venus“, Prometheus Books, New York 2004.

Gudrun Bucher: „Die Spur des Abendsterns“, Wissenschaftl. Buchgesellsch., Darmstadt 2011.

www.transitofvenus.nl Seite von Steven van Roode, zahlreiche Informationen über die Geschichte und Beobachtung der Venustransits.

www.transitofvenus.org Internationale Seite, u.a. zur Bestimmung der Sonnenparallaxe

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