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Komet auf Durchreise : Heute kommt Neowise der Erde am nächsten

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Komet Neowise ist am 14. Juli bei Schloss Neuschwanstein zu sehen Bild: dpa

Neugierige haben heute nochmal die Chance den Kometen in seiner vollen Pracht zu bewundern. Denn bis Ende Juli wird er ganz vom Nachthimmel verschwunden sein. Wo kann man Neowise finden?

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          Den Menschen in der Jungsteinzeit dürfte das Himmelsphänomen das Fürchten gelehrt haben. Alle 5000 bis 7000 Jahre zieht der Komet C/2020 F3 alias Neowise so nah an der Erde vorbei, dass er mit bloßem Auge gesehen werden kann. Das Phänomen in den Weiten des Sonnensystems ist nun schon seit Tagen am Himmel zu sehen. Heute steht der Komet der Erde am nächsten. Nach Angaben der Vereinigung der Sternfreunde in Deutschland ist Neowise dem blauen Planeten noch gut 100 Millionen Kilometer entfernt. Das entspricht ungefähr zwei Dritteln des mittleren Abstands der Erde zur Sonne.

          Auch wenn Neowise langsam verblasst, kann er nach Angaben des Vorsitzenden der Sternfreunde, Sven Melchert, weiter am Nachthimmel gesehen werden. Mit bloßem Auge sehe man einen mittelhellen, unscharfen Körper mit einer fahlen Schleppe nach oben. Das sei der Kometenschweif. Mit einem Fernglas sei dies natürlich noch einmal besser zu sehen. Bis Ende Juli werde er dann wohl ganz verblassen.

          Ab Donnerstagabend ziehen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes Wolken von Nordwesten über Deutschland auf. In der Mitte des Landes könnte es zwischenzeitlich Wolkenlücken geben. Der Norden und Westen stünden klar unter Tiefdruckeinfluss. Der Sonnenuntergang findet am heutigen Donnerstag zwischen 21.00 und 22.00 Uhr statt.

          Und wo müssen Neugierige hinschauen? Nach Einbruch der Dunkelheit einen Platz mit möglichst freier Sicht nach Norden suchen, dort zieht Neowise unterhalb des Sternbilds des Großen Wagens seine Bahn. Das Handy kann hier mit einer Kompassfunktion helfen. Aber auch Apps versprechen das Phänomen aufzuspüren. Smartphonekameras, bei denen sich die Belichtungszeit manuell einstellen lässt, können den Kometen auf Fotos zudem sichtbarer machen.

          „Kometen sind Schweifsterne, wenige Kilometer große Brocken aus dem All, die aus Geröll, Wasser und Staub bestehen“, heißt es bei den Sternfreunden. Kommt ein Komet der Sonne nah, werde er regelrecht aufgetaut und der Kometenschweif bilde sich. Viele Kometen würden dieses Auftauen nicht überstehen, doch Neowise sei ein „größeres Kaliber“. Entdeckt wurde Neowise erst im März dieses Jahres von dem reaktivierten Weltraumteleskop gleichen Namens.

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