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Glosse : Extrasüße Aliens

  • -Aktualisiert am

Der Mount Sharp im Gale-Krater, aufgenommen mit der Mastkamera des Marsrovers „Curiosity“. Bild: REUTERS

Der Marsrover „Curiosity“ hat in einer Probe Stoffe nachgewiesen, die die Phantasie der Nasa-Forscher beflügeln. Sie träumen wieder ihren alten Traum vom einstigen Leben auf dem Mars.

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          Die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa hört die Flöhe husten, außerirdische Flöhe zumal. Und allein schon aus diesem Husten zieht sie Rückschlüsse auf die mögliche Existenz anderer Zivilisationen. Diesen Eindruck jedenfalls können die jüngsten Erfolgsmeldungen über den Marsrover „Curiosity“ vermitteln. Kaum findet dieser im Gestein des Roten Planeten chemische Elemente wie Schwefel, Stickstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Phosphor und Kohlenstoff, die als wichtige Bestandteile von Organismen gelten, schon wird - zum gefühlten dreitausendsechshundertvierzehnten Mal - auf die mögliche Existenz von Mikroleben in der Vergangenheit unseres kosmischen Nachbarn hingewiesen.

          Als hätten die Forscher der Nasa in der Schule nicht gelernt, dass überall im Universum dieselben chemischen Elemente zu Hause sind. Man müsste also überrascht sein, wenn man diese Bestandteile nicht auch in der totesten Umwelt fände. Auch aus der Anwesenheit von Tonmineralien oder aus dem gemeinsamen Vorhandensein von Sulfiden und Sulfaten werden weitreichende Alien-Phantasien gespeist.

          Wären die an dem gerade erst in Chile offiziell eingeweihten Observatorium „Alma“ für die Millimeter- und Submillimeterforschung beteiligten Astronomen derartig dreist, würden sie vermutlich über die mögliche Existenz von vernunftbegabten Wesen in den interstellaren Molekülwolken spekulieren. Schon in einer frühen Bauphase hat man mit Alma nämlich kleine organische Zuckermoleküle - Bausteine des Lebens - in solchen Wolken bestätigt, und auch andere wichtige Vorformen und Bestandteile des Lebens vom polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoff Anthracen bis hin zu Aminosäuren wurden dort entdeckt. Erinnert das nicht an Fred Hoyles Science-Fiction-Klassiker „Die Schwarze Wolke“ aus dem Jahr 1957? Ob Hoyle eine prophetische Gabe gehabt hat?

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