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Gewaltige Sternexplosion : Einsamer Überlebender

  • -Aktualisiert am

Der überlebende Stern (Pfeil) befindet sich inmitten einer expandierenden Gaswolke, welche die Supernova bei ihrer Explosion abgesprengt hat (orange-braun). Die vom Weltraumteleskop Chandra gemessene Röntgenstrahlung erscheint violett. Bild: Nasa/CXC/SAO/NOAO/CTIO/MCELS, DSS

Ein Stern, in der großen Magellanschen Wolke hat eine Supernova in seiner unmittelbaren Nachbarschaft erlebt und offenkundig überstanden.

          Eine einzige Supernovaexplosion setzt mehr Energie frei, als unsere Sonne im Laufe ihres gesamten Lebens erzeugen kann. Und doch haben Astronomen einen Stern gefunden, der ein solches Inferno in seiner nächsten Nähe überlebt hat. Aufnahmen des im Weltraum stationierten Röntgenteleskops Chandra aus dem Jahr 2011 sowie Messungen erdgebundener Teleskope zeigen, dass der Stern ein recht kompaktes Objekt umkreist.

          Dabei handelt es sich wahrscheinlich um einen Neutronenstern oder ein Schwarzes Loch, also den Überrest eines massereichen Sterns, der vor einigen tausend Jahren explodiert ist. Dem Begleitstern hat das offenbar nicht geschadet, berichteten Fred Seward vom Smithsonian Astrophysical Observatory in Cambridge und seine Kollegen im „Astrophysical Journal“.

          Verräterische Röntgenstrahlung

          Auf die Spur kamen sie dem überlebenden Stern durch Röntgenstrahlung. Diese hatten andere Astronomen zwar schon in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts entdeckt, sie konnten aber nicht feststellen, von welchem Ort in der sich ausdehnenden Explosionswolke sie ausgeht. Das war erst mit den Aufnahmen von Chandra möglich: Demnach entsteht das Röntgenlicht - hier violett eingezeichnet - in der direkten Umgebung des Neutronensterns (oder des Schwarzen Lochs), weil beide Objekte Materie - hier orangebraun eingefärbt - von dem Stern abziehen und sie dabei erhitzen.

          Dass der Stern dabei „aufgefressen“ wird, ist nicht zu befürchten, mit mehr als 25 Sonnemassen hat er genug Materiereserven. Ohnehin dürfte er nicht lange genug leben: In einigen Millionen Jahren, so schätzen die Wissenschaftler um Fred Seward, wird das Gestirn ebenfalls als Supernova explodieren.

          Die große Magellansche Wolke der Sitz des Sterns DEM L241

          Der zähe Stern befindet sich in der großen Magellanschen Wolke, einer rund 160 000 Lichtjahre entfernten Nachbargalaxie der Milchstraße. Aufgrund der Nähe haben die Forscher also geradezu ideale Bedingungen, den Supernovarest im Detail zu untersuchen.

          Unbemerkte Supernova

          In unserer eigenen Galaxie wurde seit 1604 keine Supernova mehr gesichtet - was nicht heißt, dass sich seither keine ereignet hätte: Im Jahr 2008 fanden Astronomen um Stephen Reynolds von der North Carolina State University heraus, dass ein ähnlicher Supernovaüberrest in der Nähe des Milchstraßenzentrums wesentlich jünger ist als gedacht. Der entsprechende Stern explodierte demnach vor etwa hundert Jahren, also im 19. oder frühen 20. Jahrhundert. Obwohl sich diese Explosion nur 28 000 Lichtjahre von der Erde entfernt abgespielt hat und sie so hell gestrahlt haben muss wie eine ganze Galaxie, hat sie niemand auf der Erde gesehen. Der Grund: Dichte Staubwolken blockierten das Licht der Supernova - von der Existenz ihres Überrests wissen die Forscher nur dank moderner Röntgen- und Radioteleskope.

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