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Nobelpreisträger im Gespräch : „Mensch, was ein verrücktes Jahr!“

Reinhard Genzel in seinem Büro in Garching, kurz nach ihn Nachricht aus Stockholm erreichte. Bild: MPI für extraterrestrische Physik

Unter den diesjährigen Physik-Nobelpreisträgern ist auch der deutsche Astrophysiker Reinhard Genzel. Wir haben nach der Bekanntgabe in Stockholm mit ihm gesprochen.

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          Hallo Herr Genzel, herzlichen Glückwunsch zum Nobelpreis. Wie geht es Ihnen?

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          (Lacht) Danke, sehr gut!

          Waren Sie in Ihrem Institut in Garching, als der Anruf aus Stockholm kam?

          Ich war coronabedingt hier gerade in einer Videokonferenz, als plötzlich jemand das Gespräch unterbrach und sich auf der anderen Seite meldete: ‚This is Stockholm, wir gratulieren ihnen zum diesjährigen Physik-Nobelpreis’. Das war kurz vor 11.45 Uhr. Erst kam die Verbindung nicht zustande. Und dann habe ich gedacht: ‚Mensch, was ein verrücktes Jahr’. Es ist eine tolle Sache, auch für meine ganze Gruppe, die mit mir die Forschungen seit nunmehr drei Jahrzehnten betreibt.

          Es hat dieses Jahr etwas gedauert, bis die Pressekonferenz in Stockholm startete.

          Ja es dürfte schwierig gewesen sein, Roger Penrose und Andrea Ghez in Kalifornien um 4.00 Uhr morgens Ortszeit ans Telefon zu bekommen.

          Knallen bei Ihnen schon die Sektkorken?

          (Lacht.) Ich habe meine Sekretärin gebeten, einige Flaschen kalt zu stellen. Und es haben sich auch schon einige Kollegen hier in meinem Büro versammelt. Die trinken jetzt schon mal einen Schluck.

          Wie schätzen Sie die Chance ein, dass man Sagittarius A*, das Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße, auch mit dem Event Horizon Telescope (EHT) beobachten kann?

          Das ist eine ganz spannende Frage, die auch für uns ganz wichtig ist. Die Daten, die das EHT gewinnen könnte, können sofort verbunden werden, mit dem, was wir gemessen haben. Wir kennen jetzt die Masse des Schwarzen Lochs und dem Abstand zum galaktischen Zentrum mit einer Genauigkeit im Subprozent-Bereich. Mit dieser Qualität, wenn das EHT die Größe des Schattens des Schwarze Lochs in unserer Galaxis messen kann, ist das sofort eine hochpräzise Bestätigung von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie. Das würde uns einen großen Schritt weiterbringen.

          Die Schwarzen Löcher werden uns also einen weiteren Nobelpreis bescheren?

          Die ersten Aufnahmen des EHT vom Schatten des Schwarzen Lochs in der Galaxie M87 aus dem vergangenen Jahr sind wunderschön, aber von der Interpretation her nicht so ganz einfach. Es ist schwierig, von der Aufnahme des Schattens auf die physikalischen Eigenschaften des Schwarzen Lochs in M87 zu schließen. Man wird noch weitere Beobachtungen machen müssen. Aber zur Zeit pausieren cornabedingt die Beobachtungen mit den Teleskopen in Chile. Mit Sagittarius A* dürfte es dank unserer Messungen einfacher werden. Erstmal aber warten meine Kollegen schon mit dem Sekt auf mich....

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