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Fragen und Antworten : Achtung Pluto, wir kommen!

Die schärfste Farbansicht von Pluto, aufgenommen einen Tag vor dem Vorbeiflug der der Raumsonde „New Horizons“, Entfernung 768.000 Kilometer. Bild: Nasa, John Hopkins University

Um 13.50 Uhr ist „New Horizons“ am Pluto vorbeigeflogen. Was hat die Sonde bei Pluto gesucht? Wann ist die Mission gestartet worden? Warum hat die Reise so lange gedauert? Welche Instrumente sind an Bord? Wie geht es nun weiter? Hier gibt es Antworten zu vielen Fragen.

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          Was weiß man über Pluto?

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Pluto zählt zu den Zwergplaneten - einer Gruppe von derzeit fünf Himmelskörpern in unserem Sonnensystem. Die anderen Zwergplaneten sind: Ceres (im Asteroidengürtel), Eris, Haumea und Makemake (alle im Kuipergürtel), Pluto hat einen Durchmesser von etwa 2370 Kilometern und hat damit etwa Zweidrittel der Größe unseres Mondes (mittlerer Durchmesser 3476 Kilometer)  des Mondes. Die Beschaffenheit von Pluto ist noch nicht genau bekannt möglicherweise weit er eine Schicht aus gefrorenem Stickstoff, einen Kern aus Wassereis und einen Mantel aus Gestein auf. Ob es im Inneren des Pluto flüssiges Wasser gibt, womöglich sogar einen Ozean unter der Oberfläche, ist noch umstritten.

          Wie weit ist Pluto von der Erde und der Sonne entfernt?

          Pluto zählt  zu den am weitesten von der Sonne entfernten Objekten - derzeit trennen ihn etwa fünf Milliarden Kilometer von der Sonne und drei Milliarden Kilometer von der Erde. Das hat zur Folge, dass es auf Pluto eiskalt ist: etwa minus 230 Grad. Der Himmelskörper bewegt sich am äußersten Rand des Sonnensystems auf einer extrem elliptischen Bahn, wobei er bisweilen die Neptunbahn kreuzt und näher an unser Zentralgestirn herankommt als sein innerer Nachbar. Für einen einzigen Umlauf benötigt Pluto rund 248 Jahre.

          Wie viele Monde hat Pluto?

          Insgesamt umkreisen Pluto fünf Monde. Sie heißen Nix, Hydra, Kerberos, Styx und Charon. Davon sind vier vergleichsweise klein, Charon, der 1978 entdeckt wurde, hat dagegen einen beachtlichen Durchmesser von 1200 Kilometern. Der Name wurde passend zu Pluto („Gott der Unterwelt") gewählt und stammt von dem Fährmann, der in der griechischen Mythologie die Verstorbenen über den Totenfluss in das Reich des Totengottes Hades bringt - der bei den Römern Pluto hieß.

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          Wann wurde Pluto entdeckt?

          Im Jahr 1930 bemerkte Clyde Tombaugh auf Himmelsfotos ein lichtschwaches Objekt, das relativ zu den abgebildeten Fixsternen seine Position veränderte. Der amerikanische Astronom vom Lowell-Observatorium in Flagstatt (Arizona) erkannte als erster von seinen Kollegen, dass es sich um einen Himmelskörper handelte, der ebenso wie die bis dahin bekannten Planeten die Sonne umkreist. Das Objekt wurde von den Astronomen als neunter Planet akzeptiert und auf den Namen Pluto getauft.

          Wie ist Pluto zu seinem Namen gekommen?

          Der Zwergplanet Pluto ist nach dem römischen Gott der Unterwelt benannt. Der Name wurde nicht von den Wissenschaftlern ersonnen, sondern von Venetia Phair, einem damals elf Jahre alten Mädchen. Ihr  Großvater las ihr eines Tages im Jahr 1930 am Frühstückstisch aus der Zeitung vor, dass ein neuer Planet entdeckt worden sei. „Nach einer kurzen Pause habe ich dann aus irgendeinem Grund gesagt: ,Warum nennen sie ihn nicht Pluto?' Ich hatte von den griechischen und römischen Legenden in Kinderbüchern gelesen und kannte das Sonnensystem und die Namen der anderen Planeten. Also dachte ich, diesen Namen gibt es noch nicht“, erzählte  Phair, die 2009 gestorben ist, einst der Nasa. Ihr Großvater, ein Bibliothekar, berichtete einem befreundeten Astronom von der Idee seiner Enkelin. Der wiederum gab sie an die Entdecker im Lowell-Observatorium im Arizona weiter, die den Vorschlag Phairs schließlich annahmen. Der Name „Pluto“  war den Astronomen  auch deshalb willkommen, weil man daraus „PL“ als astronomisches Symbol für den neuen Planeten ableiten konnte - die Initialen von „Percival Lowell“, dem Gründer des Observatoriums.

          Warum ist Pluto kein Planet mehr?

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