https://www.faz.net/-gwz-y676

Exoplaneten : Sechs auf einen Streich

  • -Aktualisiert am

Das Kepler-11- System im Größenvergleich mit unserem Sonnensystem Bild: Nasa

Ein Teleskop sucht vom All aus nach fernen Planeten. Nun findet es eine neue Welt nach der anderen. Doch das eigentliche Ziel ist noch lange nicht erreicht.

          4 Min.

          Für viele Astrophysiker fiel Weihnachten dieses Jahr auf den zweiten Februar. Da verkündete das Team der Teleskopmission "Kepler" Neues von der Suche nach Planeten um ferne Sterne. Ergebnisse aus dem ersten Monat des im Mai 2009 gestarteten Instruments hatte die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa zwar schon im Sommer bekanntgegeben. Aber Nachrichten über einige besonders interessante Sternensysteme waren zwecks genauerer Untersuchung zurückgehalten worden. Am Mittwoch nun legten die Forscher die Karten auf den Tisch.

          Die Daten bestärken die Forscher zum einen in der Vermutung, dass Planeten auch bei anderen Sternen häufig vorkommen. Bisher hat Kepler Hinweise auf etwa 1200 neue Welten gefunden, die, sollten sie sich bestätigen, zu den rund 500 bisher bekannten hinzukämen. Zum anderen zeugen die Ergebnisse von einer enormen Vielfalt möglicher Welten. So sind die meisten der neuen Planeten deutlich kleiner als jene jupiterähnlichen Gasriesen, die in der Vergangenheit hauptsächlich gefunden wurden.

          Die Trabanten von Kepler-11

          Da wäre etwa das 2000 Lichtjahre entfernte Sternsystem Kepler-11, der Star der Pressekonferenz in Washington, welche die Nasa eigens einberufen hatte. Um den sonnenähnlichen Stern tummeln sich gleich sechs Planeten, von denen keiner deutlich größer ist als der Neptun, der achte Planet unseres Sonnensystems, der ungefähr den vierfachen Durchmesser der Erde hat. Fünf der Trabanten von Kepler-11 umkreisen ihren Stern auf Bahnen, die enger sind als die des Merkurs im Sonnensystem. "Kepler-11 zeigt, dass Sternensysteme mit vielen kleinen Planeten häufiger im All vorzukommen scheinen", sagt Debra Fischer von der Yale University. Etwa die Hälfte der fremden Welten, deren Existenz die Kepler-Daten jetzt nahelegen, sind dem Neptun ähnlich. Ein Viertel ist noch kleiner - 68 Kandidaten können laut Aussage der Nasa-Forscher Erd- oder sogar nur Marsgröße haben. Mit Ausnahme von fünf der sechs Kepler-11-Planeten und zehn weiteren gesicherten Entdeckungen, müssen aber alle Sichtungen noch durch Nachbeobachtungen anderer Teleskope bestätigt werden. "Ein Fünftel der Kandidaten aus dem Katalog ist womöglich falsch", schätzt Fischer.

          Die bestätigte Entdeckung eines erdgroßen Planeten hieße aber noch lange nicht, dass auf diesem auch Leben möglich ist. Das zeigt das Beispiel Corot-7b, der von dem gleichnamigen europäischen Satellitenteleskop im vorvergangenen Jahr entdeckt wurde. Corot-7b ist zwar nur 1,5-mal so groß wie die Erde und besteht mit Sicherheit wie diese aus Gestein und nicht größtenteils aus Gas. Seine Oberfläche dürfte aber aufgrund der Nähe zu seinem Stern von einem Meer glutflüssiger Lava bedeckt sein. Ein maßvoll temperierter Planet, auf dem Wasser fließt und der dadurch biologische Aktivität erlaubt, muss in der sogenannten habitablen Zone seines Sterns liegen. Je nachdem um was für einen Stern es sich handelt, ergibt sich ein anderer lebensfreundlicher Abstand. Im Sonnensystem liegt die Umlaufbahn der Erde mitten in der bewohnbaren Zone, der Mars hingegen bildet die äußere Grenze. Anders ist das bei dem weitaus häufigsten Sterntyp, dem Roten Zwergstern. Solche Sterne sind maximal halb so groß wie die Sonne und senden auch nur wenige Prozent ihrer Strahlung aus. Folglich liegt die habitable Zone hier deutlich dichter am Stern.

          Wie Planeten sich zeigen

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die neuen Vorsitzenden der SPD Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans

          Umfrage : SPD gewinnt, AfD verliert

          Zum Abschluss ihres Parteitags gibt es für die SPD gute Nachrichten von den Meinungsforschern. Unter den neuen Vorsitzenden Esken und Walter-Borjans kann die Partei in der Wählergunst zulegen.

          Parteitag in Berlin : Die Wende der SPD

          Der Parteitag in Berlin ist ein historischer Bruch für die SPD. Sie verabschiedet sich endgültig von der „neoliberalen“ Schröder-Ära durch ein Programm für einen „neuen Sozialstaat“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.