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Exoplaneten : Ein Brauner Zwerg und seine Erde

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So ungefähr darf man sich's vielleicht vorstellen:Der Exoplanet und sein Heimatstern in künstlerischer Darstellung. Bild: dpa

Astronomen haben den kleinsten bisher bekannten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt, der überdies einen auffallend kleinen Stern umkreist. Er verriet sich durch seinen Einfluss auf den Gravitationslinsen-Effekt seines Heimatsterns.

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          Ein internationales Astronomenteam hat den bislang kleinsten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems in einer Entfernung von 3000 Lichtjahren aufgespürt. Dieser sogenannte Exoplanet besitzt dreimal so viel Masse wie die Erde und umkreist einen Stern im Sternbild Schütze, wie die Forscher am Montag auf der Jahrestagung der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft in St. Louis berichteten. Der ferne Planet besteht vermutlich vor allem aus Eis und Gestein und umkreist seinen Stern in etwa demselben Abstand wie die Venus unsere Sonne.

          Bei dem Heimatstern des Planeten handelt es sich um einen sogenannten Braunen Zwerg, der nur etwa sechs Prozent der Masse unserer Sonne aufweist. Damit ist er vermutlich zu leicht, um das Kernfusionsfeuer eines echten Sterns zünden zu können. „Unsere Entdeckung zeigt, dass selbst die kleinsten Sterne Planeten haben können“, erläuterte der Leiter der Gruppe, David Bennett von der University of Notre Dame. Bislang haben die Heimatsterne bekannter Exoplaneten mindestens 20 Prozent der Sonnenmasse.

          Ein Effekt der Allgemeine Relativitätstheorie

          Die Astronomen konnten den Planeten nicht direkt beobachten. Sie entdeckten ihn über einen Effekt der Allgemeinen Relativitätstheorie: Danach lenkt das Schwerefeld des Brauner Zwergs das Licht eines hinter ihm liegenden Sterns ab und bündelt es wie ein Brennglas. Der Begleiter des Braunen Zwergs beeinflusst diesen Linseneffekt auf charakteristische Weise und wurde so mit einem Teleskop des Mount-John-Oberservatoriums auf Neu Seeland aufgespürt.

          Die meisten der derzeit rund 300 bekannten Exoplaneten wurden bei sehr viel näheren Sternen entdeckt und verrieten sich durch die auf ihre Heimatsterne ausgeübten Anziehungskräfte. Meist handelt es sich bei ihnen um riesige, dem Jupiter ähnliche Gasplaneten.

          Abgesehen vom exotischen Begleiter eines Neutronensterns waren die kleinsten bekannten Exoplaneten bislang zwei Gesteinsplaneten mit mindestens fünf Erdmassen. Astronomen suchen nach solchen „Super-Erden“ bei anderen Sternen, um die Häufigkeit erdähnlicher Planeten - und damit auch die Wahrscheinlichkeit von Leben - im Weltall abschätzen zu können.

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