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Europas Mars-Pläne : Mit „Aurora" zum Mars

  • -Aktualisiert am

Lange vor der Rede von George W. Bush präsentierten die Europäer ihre Pläne für eine bemannte Mission zum Mars. Das europäische „Aurora“-Programm liest sich nahezu wie die Rede des amerikanischen Präsidenten.

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          „Aurora“ ist das europäische Mars-Programm, das nach einer Rückkehr auf den Mond zu Forschungszwecken mit einer bemannten Mission zum Mars im Jahr 2030 enden soll. Irgendwie kommt einem das bekannt vor: George W. Bush sagte am Mittwoch, Amerika wolle auf den Mond und dann mit bemannten Missionen auf den Mars.

          Bloß, das Programm der Europäer ist älter. Schon 2001 wurde das Projekt „Aurora“ aufgesetzt, auch wenn es erst schleppend in Gang kommt. Der erste Vorsitzende der Mars-Gesellschaft Deutschland und Mitarbeiter des „Aurora“-Projekts, Markus Landgraf, sagte, mit dem zögerlichen Handeln sei ein Vorsprung vor den Amerikanern verspielt worden. „Wir waren bislang die einzigen, die Pläne für eine bemannte Mission zum Mars hatten, jetzt kann die Nasa mit Rückendeckung des Präsidenten Georg W. Bush voll durchstarten.“

          „Nur in internationaler Bemühung machbar“

          Daß die bemannten Missionen zum Mars aber nur in internationaler Zusammenarbeit zu bewältigen seien, steht für das „Aurora“-Team, außer Frage: „Bemannte Mission sind immer international. Es ist etwas, was man für die Menschheit und nicht für einzelne Staaten macht und bedeutet für die gesamte Menschheit einen immensen Wert“, sagt Franco Ongaro, Leiter des Esa-Programms. Er nannte die gemeinsamen Bemühungen im Jahr 2003, wo aufgrund guter Bedingungen gleich eine europäische, eine japanische und eine amerikanische Mission zum Mars starteten: „Das war kein Wettlauf, wir haben eng zusammengearbeitet.“

          Im „Aurora“-Projekt arbeiten derzeit zehn Esa-Mitgliedsstaaten (darunter Kanada, aber ohne Deutschland) mit, die alle fünf Jahre über das Budget für die kommenden Schritte entscheiden. Für die Periode 2005-2009 wurden 900 Millionen Euro veranschlagt, wobei Ongaro betont, daß es sich um Schätzungen handelt, da die industriellen Kosten, die Kosten für Startraketen und die Unterstützung durch die Esa noch nicht feststünden. Allerdings handele es sich bei diesem Betrag nur um sieben Prozent des gesamten Esa-Budgets.

          „Antriebsfeder für Forschung und Wirtschaft“

          Um in der internationalen Kooperation vertreten zu sein, sollte Deutschland sich nach Ansicht von Landgraf an den Vorbereitungen für bemannte Raumfahrt-Missionen beteiligen. „Diese Projekte sind eine Antriebsfeder für Forschung und Wirtschaft“, sagte Landgraf in Darmstadt. Falls sich Deutschland weiterhin nicht an dem Mars-Projekt „Aurora“ der Europäischen Weltraumagentur Esa beteilige, könnten deutsche Forschungsinstitute und Unternehmen von der Entwicklung ausgeschlossen werden.

          Die Bush-Rede sieht er jedoch als gutes Signal: „Von der Entwicklung her wird dieses Statement unsere Arbeit nicht sehr beeinflussen, aber insgesamt ist es ein positives Zeichen, daß die Nasa, sich engagieren soll. Und es ist auch ein klares Votum für die Internationale Raumstation.“

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