https://www.faz.net/-gwz-9vzgk

Eindrucksvolle Beobachtungen : Die kochende Sonne

Die Oberfläche der Sonne, aufgenommen mit der höchsten bisher erreichten räumlichen Auflösung vom Daniel K. Inouye Telescope auf Hawaii. Bild: Reuters

Ein neues Teleskop hat die bisher detailliertesten Aufnahmen der Sonnenoberfläche geliefert. Was dort zu sehen ist, wirkt vertraut und fremdartig zugleich.

          1 Min.

          Wie im heimischen Kochtopf, wenn die Hitze dort im brodelnden Sud in sogenannten Konvektionszellen nach oben befördert wird, sieht es auch auf unserer Sonne aus. Nur,dass hier die einzelnen Zellen nicht wenige Zentimeter groß sind, sondern die Größe des amerikanischen Bundesstaats Texas besitzen und damit doppelt so groß sind wie Deutschland. Die physikalischen Eigenschaften in der gezeigten Region – gewaltige Magnetfelder, Temperaturen von mehreren tausend Grad –  sind so extrem, dass sie in keinem irdischen Labor reproduziert werden können.

          Sibylle Anderl

          Redakteurin im Feuilleton.

          Diese Aufnahme, auf der die Sonnenoberfläche mit nie zuvor erreichter räumlicher Auflösung zu sehen ist, hat das Daniel K. Inouye Solar Telescope der amerikanischen National Science Foundation aufgenommen. Das vier Meter große Teleskop befindet sich in einer Höhe von 3067 Metern nahe des Gipfels des Vulkans Haleakala auf der Insel Maui, Hawaii. Die Beobachtungen zeigen das instrumentelle Potential des neu in Betrieb genommenen Teleskops und sind als erste Beobachtungen der wissenschaftlichen Verifikationsphase noch an kein konkretes Forschungsprojekt gebunden.

          Der Film beruht auf einer zehnminütigen Aufnahme bei einer Wellenlänge von 705 Nanometern. Bis zu 30 Kilometer große Details sind in dem quellenden Gas sichtbar. Konvektiver Energietransport – Transport also, der an die Bewegung von Materie gekoppelt ist – ist die effizienteste Form der Wärmeübertragung. Heißes Plasma steigt in den hellen Zentren der Zellen auf und sinkt an den dunklen Rändern wieder nach unten.  Die hellen Bereiche an den Rändern markieren das Auftreten starker Magnetfelder, sogenannter Fluss-Schläuche, die eine zentrale Rolle für den Energietransport in höhere Regionen der solaren Atmosphäre, die Korona, spielen, und damit entscheidend die Sonnenaktivität beeinflussen.

          Die Strukturen des Magnetfelds auf der Sonnenoberfläche und in ihrer äußeren Atmosphäre zu beobachten, ist das wissenschaftliche Ziel des Teleskops. Insbesondere soll aufgeklärt werden, wie die Magnetfelder entstehen und wieder zerstört werden, wie sie mit dem Plasma interagieren und welchen Einfluss all das auf das die zeitliche Sonnenvariabilität besitzt. Antworten auf diese Fragen sind nicht nur für das Verständnis unserer Sonne interessant, sie können auch helfen, zahlreiche andere kosmische Phänomene zu verstehen, bei denen Magnetfelder eine wichtige Rolle spielen, wie die Entstehung von Sternen oder auch die Interaktion von Galaxienhaufen.

          Weitere Themen

          Eine Stadt sieht gelb Video-Seite öffnen

          Sandstaub in Peking : Eine Stadt sieht gelb

          Eine Sandstaubwolke sorgte dafür, dass sich der Himmel in Peking gelb färbte. Damit nahm dann auch die Luftqualität stark ab. Für die Einwohner der Stadt ist diese Situation nicht unbekannt, wie Passanten berichten.

          Überall Gesichter!

          Netzrätsel : Überall Gesichter!

          Im Netz findet man so gut wie alles: Geniales, Nützliches und herrlich Überflüssiges. Diesmal: versteckte Gesichter in Dingen und Strukturen.

          Topmeldungen

          September 2020: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verfolgt im Bayerischen Landtag eine Rede von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler).

          Die K-Frage der Union : Söder muss nur noch zuschauen

          Die Unterstützung in der CDU für die Kanzlerkandidatur von Armin Laschet bröckelt Stück für Stück. Umso entschlossener wirkt die CSU. Die christsoziale Kampfmaschine funktioniert reibungslos.
          Hedwig Richter, Geschichtsprofessorin an der Bundeswehr-Universität München

          Porträt Hedwig Richter : Die Pop-Historikerin

          Hedwig Richter ist ein Star der Geschichtswissenschaft. Ein neuer Ton macht ihre Bücher über deutsche Demokratie und Kaiserreich zu Bestsellern. Er stößt aber auch auf fachliche Kritik. Ein Porträt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.