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„Star-Wars“ : Der Hype ist mit ihnen

Das interessiert jetzt alle: Was hat der Herr mit der schwarzen Maske mit der bandagierten jungen Lady zu tun? Und wo ist Luke? Bild: AP

Der dritte Trailer der neuen Abenteuer von Han, Luke und Leia gibt Kinofreunden Rätsel auf. Eine Einführung in die „Star Wars“-Kunde

          Grace Randolph war die Erste. Auf dem Youtube-Kanal präsentierte die Amerikanerin bereits am vergangenen Sonntag die erste Diskussion des gerade veröffentlichten Filmplakats von „Das Erwachen der Macht“, dem siebten „Star Wars“-Film, der am 18. Dezember in die Kinos kommt. Und als am Montagabend New Yorker Zeit in der Halbzeitpause einer Football-Übertragung der dritte und bisher längste Trailer zum ersten Mal gezeigt wurde, lieferte Randolph unmittelbar danach eine Kurzrezension. Am Tag darauf reichte sie eine 24-minütige Besprechung nach, in der sie den selbst nur zweieinhalb Minuten langen Werbeclip „Einstellung für Einstellung“ analysierte.

          Ulf von Rauchhaupt

          Verantwortlich für das Ressort „Wissenschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Das Besprechen neuer Filmtrailer im Internet ist heute eine eigene kleine Branche, in der außer Grace Randolph mindestens ein halbes Dutzend weiterer Youtuber Teile ihres Lebensunterhalts verdienen. Was aber im Hinblick auf den neuen Star Wars-Film geschieht, sprengt alles Maß. Bereits der im November 2014 veröffentlichte erste kurze Clip wurde allein auf dem offiziellen englischsprachigen Star-Wars-Youtoubekanal bis heute über 20 Millionen Mal aufgerufen. Der neue Trailer brachte es, ebenfalls allein auf diesem Kanal, innerhalb von nur drei Tagen auf über 40 Millionen Aufrufe.

          Kult in dritter Generation

          Dabei spukt das Phänomen „Star Wars“ bereits in der dritten Generation durch die globale Kultur. Von denen, die den ersten Film 1977 als junge Erwachsene sahen, werden nun einige schon mit ihren Enkeln und Enkelinnen ins Kino gehen. Ob man die Folgen dieser Sozialisation noch unter „Populärkultur“ abhandeln kann, wird zusehends fraglich – auch wenn manchem Anglisten sicher die Haare zu Berge standen, als Douglas Brode von der University of Texas in der von ihm mitherausgegebenen jüngsten kulturwissenschaftlichen Anthologie zu „Star Wars“ die rhetorische Frage aufwarf, ob denn nicht auch die Bühnenwerke Shakespeares vor 400 Jahren zunächst als gutgemachter Zeitvertreib ins Dasein traten.

          Der aktuelle Trailer-Hype allerdings wird nicht nur von der Faszination getragen, die von geschickt aufgebürsteten Mythen- und Märchenmotiven auf interstellarer Bühne ausgeht. Hier wirkt auch die Tatsache, dass „Star Wars“ sich unter anderem um eine Familiengeschichte dreht.

          Der Buddenbrooks-Effekt

          Es gibt eine Art Buddenbrooks-Effekt, der auch ein Publikum anzieht, das nicht primär wegen der Lichtschwert-Duelle ins Kino geht. Und mit Episode VII beginnt nicht nur eine neue Filmtrilogie sondern auch die Geschichte einer neuen Generation des Skywalker-Clans. Zu diesem gehören das heroische Zwillingspaar Luke und Leia sowie der eingeheiratete Ex-Gauner Han Solo. Zuvor aber war Luke und Leias Vater zu einem ausgesucht schlimmen Finsterling geworden, dessen Popularität in der Filmgeschichte dennoch ihresgleichen sucht: Darth Vaders schwarzes Ornat fehlt heute auf kaum einem Kinderfasching und ist dort jedenfalls sehr viel öfter zu sehen als Luke Skywalkers Wickelgemaschen.

          Da will man doch wissen, wer von den neu eingeführten Figuren auf welche Weise mit Han, Luke und Leia und über diese mit Darth Vader verwandt ist, ob der neue Oberschurke, der dunkle Ritter Kylo Ren, ebenfalls zur Sippschaft gehört oder ob ein anderes Familienmitglied, vielleicht Luke Skywalker selbst, auf den dunklen Pfaden Darth Vaders wandelt.

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