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Astronomie : Das pochende Herz des Krebsnebels

Neutrinos sollen die treibende Kraft der Explosion gewesen sein. Bild: dpa

Der Krebsnebel ist nicht nur ein Supernovaüberrest, sondern auch ein Pulsar-Windnebel. Er gehört zu bekanntesten Objekten am Sternenhimmel. Nun fand man das Zentrum: Der Stern, der einst explodierte.

          Der Krebsnebel im Sternbild Stier, Überrest einer im Jahr 1054 von chinesischen, japanischen und arabischen Sternguckern beobachteten Supernova-Explosion, zählt wohl zu den bekanntesten und am besten untersuchten Objekten am Sternenhimmel. Im Zentrum des 6300 Lichtjahre von uns entfernten Nebels befindet sich das Relikt des Sterns, der einst explodierte: ein rotierender Neutronenstern.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Dieser hat zwar eine ähnlich große Masse wie unsere Sonne, weist aber einen Durchmesser von nur etwa 25 Kilometern auf. Der Neutronenstern dreht sich mit einem recht hohen Tempo - rund 30 Mal pro Sekunde - um die eigene Achse. Dabei entstehen ein starkes Magnetfeld sowie energiereiche Gamma- und Röntgenstrahlen.

          Hölle aus Gas und Strahlung: Das Zentrum des Krebsnebels, aufgenommen mit dem Weltraumteleskop Hubble.

          Mit dem Weltraumteleskop Hubble haben die Astronomen die zentrale Region des Krebsnebels um den rotierenden Neutronenstern - hier der rechte der beiden Sterne nahe der Bildmitte - immer wieder ins Visier genommen und in verschiedenen Wellenlängenbereichen fotografiert.

          In dieser ungewöhnlichen Aufnahme sind Schnappschüsse aus zehn Jahren miteinander kombiniert worden, wodurch sich in gewisser Weise die Dynamik der Prozesse im Herzen des Krebsnebels spiegelt. Ionisiertes Gas - vor allem Wasserstoff und Helium - bilden die rötlich gefärbten filamentartigen Strukturen.

          Die blauen, an Nebelschwaden erinnernden Gebiete sind Bereiche mit energiereicher Strahlung. Diese wird von Elektronen ausgesandt, die im starken Magnetfeld des Neutronensterns fast bis auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und auf spiralförmige Bahnen gezwungen werden.

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