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Cassini-Mission : Glasklarer Blick auf Saturns Ringe

  • Aktualisiert am

Messerscharf: Cassinis jüngster Blick auf die Saturn-Ringe Bild: Nasa

Mit Radiosignalen hat die amerikanische Forschungssonde Cassini die Ringe des Planeten Saturn „durchleuchtet“ - und erhellende Erkenntnisse geliefert.

          1 Min.

          Die amerikanische Raumsonde Cassini hat die bisher detailliertesten Aufnahmen, die jemals von den Ringen des Planeten Saturn gemacht wurden, zur Erde gesandt. Die Aufnahmen zeigen auch erstmals den B-Ring des Planeten, der sich bisher dem Blick anderer Forschungsmissionen entzogen habe. Das teilte die amerikanische Weltraumbehörde Nasa in Washington mit.

          Bei dem aktuellen Experiment handelte es sich um Untersuchungen im Radiowellenbereich - das erste in einer Reihe von Experimenten, die die Cassini-Sonde nach Angaben der Nasa im Verlauf ihrer weiteren Mission am Ringplaneten durchführen soll. Mit Hilfe der Radiosignale, die auf der Erde aufgefangen wurden, konnte die Nasa neue Kenntnisse über den Aufbau und die Dicke der sieben Hauptringe sammeln. Diese sind in der Reihenfolge ihrer Entdeckung (von der Erde aus waren einst nur zwei große Ringe zu unterscheiden) von außen nach innen mit den Buchstaben D, C, B, A, F, G und E bezeichnet. „Die Struktur dieser außergewöhnlichen Ringe ist ein unvergeßlicher Anblick“, sagte Essam Marouf von der San Jose State University in Kalifornien, ein Mitglied des Forschungsteams, das die von „Cassini“ kommenden Funkwellen auswertet.

          Ringe passen nicht zwischen Erde und Mond

          Der Nasa zufolge sind die komplex strukturierten Ringe sehr unterschiedlich aufgebaut. Der A-Ring sei sehr flach, die Vielfalt unterschiedlicher Materialien im B-Ring sehr groß und der C-Ring wellenförmig. Während es im B- und inneren A-Ring fast nur Bestandteile mit über fünf Zentimeter Durchmesser gebe, seien diese im C- und äußeren A-Ring dagegen kaum vorhanden. Die Herkunft der Saturn-Ringe ist bisher nicht eundeutig geklärt. Sie erstrecken sich über eine Fläche, die nicht zwischen Erde und Mond (durchschnittlicher Abstand 385.000 Kilometer) Platz finden würde.

          Vergleich: Die Ringe im sichtbaren Licht (oben) und in Radiosingalen

          Die rund 3,3 Milliarden Dollar (2,5 Milliarden Euro) teure amerikanisch-europäisch Doppelsonde „Cassini/Huygens“ hatte am 1. Juli vergangenen Jahres nach siebenjährigem Flug den Orbit des Ringplaneten erreicht.

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