https://www.faz.net/-gwz-852d7

Cape Canaveral : SpaceX-Rakete Falcon 9 explodiert nach Start

  • Aktualisiert am

Bild: afp

Eine unbemannte Falcon-9-Rakete des privaten Unternehmens SpaceX ist wenige Minuten nach dem Start in Cape Canaveral explodiert. Die Rakete sollte im Auftrag der Nasa Nachschub zur internationalen Raumstation ISS bringen.

          2 Min.

          Kurz nach dem Start einer Frachtmission zur Internationalen Raumstation (ISS) ist eine Trägerrakete des Typs "Falcon 9" explodiert. Nach Angaben der Nasa explodierte die Rakete am Sonntag wenige Minuten nach dem Start von Cape Canaveral  in Florida, noch bevor sich die Raumkapsel "Dragon" mit 1,8 Tonnen Fracht für die ISS von der Rakete lösen konnte. Die Gründe waren zunächst unklar, der Chef des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX, Elon Musk, versprach rasche Aufklärung.

          Alles sah am Sonntag zunächst nach einer Routinemission aus. Doch nach einem Bilderbuchstart bei klarem Wetter explodierte die Rakete, noch bevor sich ihre erste Stufe von der zweiten Stufe trennen und die Kapsel auf ihre Erd-Umlaufbahn gebracht  werden konnte. An Bord der "Dragon" war unter anderem auch ein riesiger "Parkplatz", der sogenannte International Docking Adaptor, der es künftigen privaten bemannten Missionen erleichtern sollte, an die Raumstation anzudocken.

          Der Start selbst war noch reibungslos verlaufen

          Es sollte der siebte Versorgungsflug des Frachters werden, alle vorherigen hatten abgesehen von kleineren Pannen stets reibungslos geklappt. Ende Oktober war allerdings ein anderer unbemannter Versorgungsfrachter - der von der Firma Orbital Sciences entwickelte „Cygnus“ - ebenfalls beim Start zur ISS explodiert.

          Zudem wollte SpaceX nach dem Start einen erneuten Versuch unternehmen, die Trägerrakete wieder unbeschadet auf der Erde landen zu lassen. Dabei sollte die "Falcon 9" auf einer im Ozean schwimmenden Plattform aufsetzen. Alle vorherigen Versuche endeten mit einer Bruchlandung.

          Das Unternehmen arbeitet fieberhaft an einer Art Revolution der Raumfahrt: Bislang zerbersten die hunderte Millionen Dollar teuren Trägerraketen stets komplett und fallen als Schrott ins Meer, nachdem sie ihre Lasten ins All ausgesetzt haben. Nach den Vorstellungen von SpaceX sollen sich die Raketen hingegen eines Tages wie Flugzeuge immer wieder einsetzen lassen.

          Die Rakete hatte Nachschub für die ISS an Bord

          Auf der ISS leben derzeit drei Raumfahrer, darunter der Russe Gennadi Padalka. Der 57-Jährige stellte am Sonntag einen neuen Rekord auf: Bei mehreren Missionen verbrachte er insgesamt 804 Tage im Weltraum - so viele wie kein Mensch vor ihm. Unter anderem reiste er einmal zur russischen Raumstation Mir und vier Mal zur ISS.

          Zuletzt war die ISS im April mit Nachschub versorgt worden, ebenfalls vom „Dragon“. Die Nasa äußerte sich zunächst nicht dazu, ob die Versorgungslage der Astronauten nun knapp werde. Normalerweise sind aber ausreichend Notfallrationen auf der Raumstation gelagert. „Ich habe den Start vom Weltraum aus beobachtet“, schrieb der amerikanische Astronaut Scott Kelly von der ISS. „Traurigerweise schiefgegangen. Weltraum-Arbeit ist schwierig.“

          Ein nicht namentlich genannter Mitarbeiter der russischen Raumfahrtbranche sprach von einem schweren Verlust. An Bord seien unter anderem Raumanzüge für Astronauten sowie wichtiges Werkzeug gewesen, sagte er der Agentur Interfax zufolge. Russland will zur Versorgung der Crewmitglieder am 3. Juli einen Progress-Frachter zur ISS schicken. Der Start wird mit besonderer Spannung erwartet, da die Proton-Trägerrakete zuletzt pannenanfällig war.

          Weitere Themen

          Das letzte Eis schmilzt schneller

          Erwärmung der Arktis : Das letzte Eis schmilzt schneller

          Auch Alter und Masse schützen nicht vor dem Klimaschock: Das älteste und dickste Eis – das Walrossen und Eisbären als letzte Refugien dienen soll – schmilzt doppelt so schnell wie der Rest. Die Hitze am Pol ist nicht der einzige Grund.

          Das schmelzende Rückzugsgebiet Video-Seite öffnen

          Alteis in der Arktis : Das schmelzende Rückzugsgebiet

          Das Alteis in der Arktis schmilzt viel schneller als Wissenschaftler bislang angenommen. Das zeigt diese Animation sehr deutlich. Mit dem Eis schmilz auch das Rückzugsgebiet vieler Tierarten.

          Topmeldungen

          Seit September 2017 gilt das WLTP, ein weltweit harmonisiertes Prüfprogramm. Hier eine Abgasprüfung beim TÜV Rheinland.

          Das Grenzwert-Drama : 95 Gramm

          Von 2020 an dürfen Neufahrzeuge in Europa im Schnitt nur noch vier Liter Benzin oder dreieinhalb Liter Diesel verbrauchen. Wie es zu einem Grenzwert kam, der die Grenzen der Physik sprengt.
          Motorrad-Taxi in der Hauptstadt Yaounde

          Bevölkerungswachstum in Afrika : Kinder als Altersvorsorge

          Kamerun gilt als „Afrika im Kleinen“. Dort lässt sich beobachten, weshalb die Bevölkerung des Kontinents so schnell wächst. Der Gefahren dieser Entwicklung ist sich kaum jemand bewusst.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.