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Mission Mars 2020 : Die Suche nach fremdem Leben kann losgehen

Die empfangenen Daten bestätigten, dass die angestrebte Landestelle mit hoher Präzision erreicht wurde. Perseverance befindet sich nun im 45 Kilometer großen und etwa 3,5 Milliarden Jahre alten Jezero-Krater, der einst einen durch ein Flussdelta gespeisten See beherbergte. Für das Ziel des Rovers, nach Spuren einstigen Lebens auf dem Roten Planeten zu suchen, ist diese Region vielversprechend.

Original-Modell des Marsrovers „Perseverance“
Original-Modell des Marsrovers „Perseverance“ : Bild: AFP

Am Rand des Kraters beobachtete Kalkgesteine und Tonminerale sind auf der Erde dafür bekannt, Biosignaturen – Spuren von Mikroben etwa – überaus gut konservieren zu können. Perseverance wird hier Gesteins- und Bodenproben nehmen, die schließlich auf der Marsoberfläche gelagert und von einer Folgemission zur Erde gebracht werden sollen. Die Nasa und die Europäische Weltraumagentur (Esa) werden dafür einen Lander mit einem Abholrover zum Mars schicken. Die Proben werden dann mit einer Rakete in den Orbit geschickt – es wäre der erste Raketenstart von einem fremden Planeten – und von einer Sonde für den Transport zur Erde abgeholt. Starten soll die Mission 2026. Mit den Proben wäre dann 2031 auf der Erde zu rechnen. Sollte das gelingen, wäre es ein großer Schritt für die Marsforschung, da die Analysemöglichkeiten in irdischen Laboren ungleich größer sind als auf der Marsoberfläche.

Hubschrauberflug auf einem fremden Planeten

„Wir wissen nicht, was die Proben vom Mars uns offenbaren werden. Aber was sie uns mitteilen könnten, ist gewaltig – darunter die Möglichkeit, dass einst Leben jenseits der Erde existiert haben könnte“, fasste der Wissenschaftsdirektor der Nasa, Thomas Zurbuchen, das Potential der Mission nach der Landung zusammen. Doch die Aufgaben des Perseverance- Rovers erschöpfen sich nicht in der Bereitstellung von Bodenproben. Mit sieben Instrumenten an Bord soll er umfassende Erkenntnisse zu Geologie und Klima des Mars ermöglichen. So besitzt er einen der menschlichen Anatomie nachempfundenen Roboterarm, der mit Hilfe eines Spektrometers feinste Oberflächendetails untersuchen kann, ein Radarinstrument und eine Wetterstation. Ein Experiment soll aus der größtenteils aus Kohlendioxid bestehenden Marsatmosphäre Sauerstoff gewinnen – ein Verfahren, das einmal im Zuge astronautischer Missionen eine wichtige Rolle spielen könnte.

Und schließlich steht im Rahmen der Mission eine weitere Premiere bevor: Perseverance hat einen 1,8 Kilogramm schweren kleinen Hubschrauber, genannt „Ingenuity“, an Bord, der den ersten kontrollierten Flug auf einem fremden Planeten unternehmen soll. Für künftige Missionen könnte auf diese Weise eine weitere Perspektive auf den Mars aus dem oberflächennahen Luftraum erschlossen werden. Die kommenden Wochen wird der Rover nun mit der Inbetriebnahme seiner Instrumente verbringen. Zunächst kann man sich aber noch auf umfangreiches Bild- und Tonmaterial von der Landung freuen, das der Rover etwas verzögert zur Erde schickt.

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