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Atlantis : Das Ende einer Ära

Landung der „Atlantis” Bild: AFP

Keine Wolke am Himmel, kein Wind, der weht: Es waren perfekte Bedingungen für die Landung der „Atlantis“. Das Shuttle setzte um 11:57 Uhr deutscher Zeit am Weltraumbahnhof Cape Canaveral auf. Es war die endgültig letzte Mission eines Space Shuttles.

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          Tausende von Schaulustigen hatten sich an diesem Donnerstag in Cape Canaveral in Florida bei schönstem Wetter versammelt. Sie wollten miterleben, wenn die amerikanische Raumfähre „Atlantis“ nach dreizehn Tagen im All wieder sicher auf der Erde landet. Um 5.56 Uhr Ortszeit (11.57 Uhr Mitteleuropäischer Zeit) war es schließlich soweit. Die „Atlantis“ mit vier Astronauten an Bord setzte planmäßig auf. „Der Space Shuttle landet zum letzten Mal, seine Reise geht zu Ende“, kommentierte das Kontrollzentrum auf dem Weltraumbahnhof das Landemanöver mit einer gewissen Wehmut.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Denn für viele der Beobachter - vor allem aber für die Mitarbeiter der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa - ist es ein trauriger Moment gewesen. Schließlich war es die letzte Ladung der „Atlantis“ und eines Schuttles überhaupt. Und das Ende einer Ära nach dreißig Jahren: Das Shuttle-Programm der amerikanischen Raumfahrtbehörde wird aus Kosten- und Sicherheitsgründen eingestellt. Die „Atlantis“ wird im Museum des Kennedy Space Center ausgestellt werden.

          Ab sofort wird die Internationale Raumstation von Sojus-Raketen angeflogen. Seit dem Jungfernflug der Raumfähre „Columbia“ am 12. April 1981 hat die Nasa 135 Shuttle-Missionen ins All geschickt. Die Raumfähren beförderten vor allem Astronauten und Verpflegung sowie Module für die Internationale Raumstation ISS ins All, sie warteten aber auch das Weltraum Teleskop Hubble.

          Die Atlantis hat von der  Internationalen Raumstation  abgedockt

          Das Sojus-Monopol

          In den kommenden Jahren werden die Vereinigten Staaten keine eigene Möglichkeit mehr haben, Astronauten in den Weltraum zu befördern. Die Nasa ist für Reisen zur ISS zunächst auf Mitfluggelegenheiten in russischen Sojus-Kapseln angewiesen. Erst im Jahr 2015 soll wieder eine amerikanische Raumkapsel zur Verfügung stehen. Die Nasa arbeitet derzeit mit einer privaten Firma an einem entsprechenden Projekt.

          Ziel der Abschiedsmission war es, einen Jahresvorrat von rund vier Tonnen an Proviant, Ausrüstung und Ersatzteilen zu der Raumstation zu bringen. Zudem brachte die Mannschaft um Kommandant Chris Ferguson eine tonnenschwere, defekte Kühlpumpe zur Erde zurück. Die Raumfähre hatte am Dienstagmorgen von der Internationalen Raumstation abgelegt, und nach knapp zwei Wochen im Weltraum den Rückflug zur Erde angetreten. Das Kontrollzentrum hatte der Besatzung am Donnerstagmorgen wenige Minuten früher als geplant die Erlaubnis zum Wiedereintritt in die Erdatmosphäre gegeben. Die Astronauten der Atlantis waren einige Stunden zuvor mit dem Lied „God Bless America“ geweckt worden. Die vier Astronauten zündeten heute morgen planmäßig die Bremsraketen.

          Das Wetter machte keine Probleme. Die Wetteraussichten seien „niemals so perfekt für eine Landung“ gewesen, schwärmte der Kommentator des Nasa-Fernsehsenders. „Der Himmel über dem Kennedy Space Center ist blau, ohne eine einzige Wolke oder eine Brise Wind.“ Kommandant Chris Ferguson und seine Kollegen legten eine perfekte Landung mit einer Raumfähre hin - zum letzten Mal.

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