https://www.faz.net/-gwz-13ude

Astrophysik : Tausende von Sternkrippen im Andromedanebel

  • -Aktualisiert am

Überwältigend scharf: Unser kosmischer Nachbar im ultravioletten Licht Bild: Nasa/UMCP

Neue Kompositaufnahmen des Andromedanebels im ultravioletten Bereich lassen wesentlich mehr Objekte erkennen als bisher in diesem Sternsystem. Sie geben auch Aufschlüsse über den Prozess der Sternentstehung.

          1 Min.

          Keine Galaxie dürfte - außer der eigenen Milchstraße - so gut erforscht sein wie der Andromedanebel (M 31), ein Spiralnebel mit ungefähr 220 000 Lichtjahren Durchmesser, der zur Lokalen Galaxiengruppe gehört und rund 2,5 Millionen Lichtjahre von uns entfernt ist.

          Abseits der städtischen Beleuchtung ist er wegen seiner Größe und der aus astronomischer Sicht geringen Distanz als einziger Spiralnebel sogar mit bloßem Auge zu sehen. Trotzdem hat er den Wissenschaftlern immer wieder Neues zu bieten.

          Aus 330 mit dem amerikanischen Weltraumobservatorium Swift in drei Bereichen des ultravioletten Lichts aufgenommenen Fotos ist jetzt an der University of Maryland in College Park ein Gesamtbild des Andromedanebels zusammengesetzt worden, das im Ultravioletten wesentlich mehr Objekte erkennen lässt als die bisherigen Ansichten des Sternsystems. Rund 20 000 Strahlungsquellen können die Wissenschaftler auf dem Bild unterscheiden.

          Sternhaufen entlang eines „Feuerrings“

          Dabei handelt es sich hauptsächlich um heiße, junge Sterne und dichte Sternhaufen. Dadurch, dass man sie in drei Farbbereichen aufgenommen hat, kann man jetzt viel genauer untersuchen, wie der Prozess der Sternentstehung abläuft. Die jungen Sterne häufen sich, wie die Verteilung der blauen Flecken verrät, in der Scheibe der Galaxie außerhalb des Zentrums und insbesondere in den Spiralarmen. Dort befinden sich die größten Mengen an Gas und Staub, dem Material, aus dem sich die Sterne bilden.

          Die Sternhaufen drängen sich vor allem entlang eines "Feuerrings" mit 150 000 Lichtjahren Durchmesser. Im Zentrum der Galaxie ist die Materie gleichförmiger verteilt, und dort befinden sich in erster Linie auch ältere und kühlere Sterne, was in der rötlichen Färbung zum Ausdruck kommt. Für die Geburt neuer Sterne ist in dieser Region kaum noch Material vorhanden.

          Dass gerade in dem Feuerring so viele Sterne entstehen, führen die Astronomen auf Gezeitenkräfte zurück, die kleinere, den Andromedanebel begleitende Galaxien auf diesen ausüben. Zusammen mit seinen Trabanten bewegt sich der Spiralnebel derzeit auf die Milchstraße zu. Die Astronomen rechnen mit einer Kollision, die allerdings erst in einigen Milliarden Jahren erfolgen dürfte.

          Weitere Themen

          Eine Stadt sieht gelb Video-Seite öffnen

          Sandstaub in Peking : Eine Stadt sieht gelb

          Eine Sandstaubwolke sorgte dafür, dass sich der Himmel in Peking gelb färbte. Damit nahm dann auch die Luftqualität stark ab. Für die Einwohner der Stadt ist diese Situation nicht unbekannt, wie Passanten berichten.

          Topmeldungen

          Auf Truppenbesuch: Wolodymyr Selenskyj

          Ukraine-Konflikt : Kiews West-Offensive

          Angesichts des russischen Truppenaufmarsches sucht der ukrainische Präsident Selenskyj die Nähe zu EU und Nato. Kann er so das Blatt im Osten seines Landes wenden?
          September 2020: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verfolgt im Bayerischen Landtag eine Rede von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler).

          Die K-Frage der Union : Söder muss nur noch zuschauen

          Die Unterstützung in der CDU für die Kanzlerkandidatur von Armin Laschet bröckelt Stück für Stück. Umso entschlossener wirkt die CSU. Die christsoziale Kampfmaschine funktioniert reibungslos.
          Ein Hubschrauber im Einsatz über dem Tafelberg

          Brand am Tafelberg : Kapstadts Universität in Flammen

          In der südafrikanischen Küstenstadt ist am Sonntag ein verheerendes Feuer ausgebrochen. Auch das Bibliotheksgebäude der Universität mit seiner historischen Sammlung steht in Flammen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.